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Pressemitteilungen

Erfolg für die ART&ANTIQUE Residenz Salzburg

„Der Ort macht die Musik“ sagt Stammaussteller Alexander Giese und bringt damit auf den Punkt, was die ART&ANTIQUE Residenz Salzburg im Sommer ausmacht. Soeben ging mit großem Erfolg und in bester Stimmung unter den 20 Ausstellern die 8. Ausgabe zu Ende

Für Alexander Giese geht es dabei nicht nur um die Verkaufsquote, „sondern auch um diese einzigartige Verbindung von Musik und Kunst“, die der Standort Salzburg zur Festspielzeit möglich macht: „Man spürt eine große Dankbarkeit beim Publikum, dass es dieses kulturelle Angebot in einer solchen Breite gibt.“
Messe-Chefin Alexandra Graski-Hoffmann sieht sich angesichts der erfolgreichen 8. Ausgabe bestärkt: „Aus einem Kunstevent im Residenzhof ist eine aus dem Festspielsommer nicht mehr wegzudenkende Messe gewachsen, die sich auch in herausfordernden Zeiten beweisen konnte. Das lässt uns mit Optimismus nach vorne schauen, besonders auf die ART VIENNA, die von 16. bis 18. September 2022 zum ersten Mal in der großartigen Location, der Orangerie Schönbrunn stattfindet.“

Lassen Sie hier die ART&ANTIQUE noch einmal Revue passieren.

Pressetext ART&ANTIQUE Residenz Salzburg Sommer 2022

ART&ANTIQUE Residenz Salzburg im DomQuartier

13. – 21. August 2022

Hätte Aidas Liebster, Radames, unter einem so prächtigen ägyptischen Sarkophagdeckel, wie auf der ART&ANTIQUE in der Residenz angeboten, die letzte Ruhe gefunden, wäre er nicht wegen Hochverrats eingemauert worden?
Träumt das halbnackte Mädchen, das von Edward Cucuel zauberhaft gemalt im Carabinierisaal lockt, von der großen Liebe, die Donizettis Lucia di Lammermoor im Festspielhaus in den Wahnsinn treibt?
Geht das coole, elegante Damentrio auf der Aquatinta von US-Star Alex Katz in „Il Trittico“, Puccinis famose drei Einakter, die für höchste Gefühlswallungen sorgen? Hätte sich Papageno getraut, das putzige Küken, das 1961 in Murano aus orangenem Glas geschlüpft ist, für die Königin der Nacht zu fangen? Fragen über Fragen, die zeigen, wie perfekt die ART&ANTIQUE in die Festspielzeit passt!
So wie auch in diesem Sommer, in dem die Messe für Kunst, Antiquitäten und Design in der Residenz zum zweiten Mal nicht nur im klimatisierten Zelt im Hof, sondern auch im prachtvollen Carabinierisaal, zur festspielreifen Parade einiger der besten Kunsthändler aus Österreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden bittet.

Landschaften für die Seele

Der Sommer lockt ins Freie. Natürlich auch die Künstler. Den Niederschlag sieht man dann in ihren Werken. Naturgemäß finden sich in der Residenz Blicke und Ansichten von Orten, die man auch heute noch (er)kennt, bis zu grandios fantastischen Landschaften und Naturen, die es so nie gegeben hat.

Kunsthandel Giese & Schweiger

Vom rechten Flussufer hat man auch 2022 eine fast gleich grandiose Aussicht auf die barocke (Kirchen)Kulisse, wie sie Johann Fischbach in seiner „Straße an der Salzach mit Blick auf Salzburg“ 1849 in Öl auf Papier auf Leinwand, 15,5 x 19,5 cm, verewigt hat. Mächtig steht in der Ferne Fischer von Erlachs Kollegienkirche mit ihren Türmen und der laternenbekrönten Kuppel, dahinter das steile Dach des romanischen Langhauses der Franziskanerkirche, links davon majestätisch der Dom. Fischbach lebte von 1840 bis 1860 in Salzburg, war Mitbegründer des Salzburger Kunstvereins. Er malte wunderbare Veduten von Stadt und Umgebung, wie auch der idyllische „Blick auf den Traunsee mit Schloss Orth" vorführt, ebenfalls bei der ART&ANTIQUE zu sehen.

Runge Kunsthandel

Eine Salzkammergut-Landschaft nur aus Natur malte Hans Frank 1933: „Der Blick auf den Mondsee“ heißt das 50 x 66 cm große Ölbild, das Kunsthandel Runge anbietet. In der ungemein atmosphärischen Darstellung scheint die Sonne gerade gegen einen Sommerregen zu kämpfen. Frank wurde 1884 in Wien geboren, studierte zuerst an der Kunstgewerbeschule, danach an der Akademie der bildenden Künste. Er reiste viel durch Europa, wurde 1921 Mitglied des Künstlerhauses. Porträts und Landschaften bestimmen sein Oeuvre. Hans Frank lebte einige Jahre in Tirol, zog 1925 zurück nach Wien, verbrachte aber seine letzten Jahre im Lungau, bis er 1948 in Salzburg starb.

Kunsthandel Freller

„Schon seit meinen ersten Landschaften habe ich immer wieder weite Ausblicke von erhöhten Standpunkten auf Städte, Flüsse, Straßen, auf Meeresbuchten, Bergketten gemalt, auf weitläufige Landstücke, in denen man ,mit den Augen‘ spazieren gehen kann...“, meinte Franz Sedlacek. Das Beweisstück dafür bringt Kunsthandel Freller mit „Landschaft mit Jäger“, Öl auf Holz, 66 x 54 cm, aus dem Jahr 1926, nach Salzburg mit. Sedlacek überhöht die Malerei des 16. Jahrhunderts zu etwas hochoriginell Neuem: Jäger und Hund streifen mit elongierten Gliedmaßen als Figuren zwischen Manierismus und Comic durch einen Wald, wie ihn die Donauschule schon kannte. Der Hintergrund weitet sich in kühlem Blau zur Weltlandschaft, während die Stadt am Gebirgsfuß mit ihren Kuppeln und Türmen beinahe an Salzburg denken lässt.

Schütz Art Society

Nochmals Franz Sedlacek, nochmals Natur. Denn nicht nur die große weite Landschaft, auch die nähere Welt der Pflanzen und ihre Bewohner haben Sedlacek fasziniert und zu formal ganz eigenwilligen Kompositionen angeregt. Ein Bespiel dafür präsentiert Schütz Art Society mit „Blüten und Insekten“, Öl auf Holz, 39,5 x 35 cm, von 1935. Knorrige Reben mit seltsam geweihartigen Blüten und roten Beeren, auf denen gruselig grüne Fantasieinsekten krabbeln, sind darauf zu sehen. Größen des Skurrilen, wie Bosch und Arcimboldo, schwingen da fröhlich mit. Es ist ein nächstes Paradestück von Sedlacek, der unter dem Etikett „Neue Sachlichkeit“ ein Meister ihrer Spielarten „Magischer Realismus“ und „Fantastischer Surrealismus“ ist. Es muss auch nicht immer streng nach der Natur sein!

Tänzerinnen und andere Figuren

Klassisch schön, stilistisch gespeist aus Jahrtausende alter Tradition und zeitloser Moderne, bezaubernd wie nach einer durchtanzten Sommernacht, aufreizend, wie einstens schon Josephine Baker in Paris und hilfsbereit, wie einer der bekanntesten Schutzheiligen in unseren Breiten – die Skulptur zeigt auf der ART&ANTIQUE, dass alles möglich ist!

Galerie bei der Albertina ▪ Zetter

„Das Werk von Joannis Avramidis macht die drei Jahrtausende alte Tradition europäischer Bildhauerkunst als eine kraftvolle Gegenwart erfahrbar … Eine geistige Verwandtschaft verbindet Avramidis nicht nur mit der griechischen Bildhauerei, sondern auch mit Künstlern der frühen Renaissance, mit Paolo Uccello oder Piero della Francesca, und ebenso mit einigen Künstlern des vergangenen Jahrhunderts, Constantin Brancusi, Wilhelm Lehmbruck und Oskar Schlemmer.“, so brachte der Kunsthistoriker Gustav Schörghofer die zeitlose, universelle Kraft der Kunst von Joannis Avramidis auf den Punkt. Kommenden September wäre er 100 Jahre alt geworden. Die Galerie bei der Albertina ▪ Zetter erinnert in Salzburg mit „Mittlere Zweifigurengruppe“, 1964, Auflageabguss in Bronze, Auflage 6, an diesen großen Bildhauer.

Kunsthaus Wiesinger

Robert Metzkes hat sich ganz der dreidimensionalen, poesievoll naturalistischen Darstellung des Menschen verschrieben. Dabei sind es ganz besonders junge Mädchen- und Frauenfiguren, denen er, in Ton gearbeitet und in Bronze gegossen, Gestalt verleiht: „Beim Arbeiten ohne Modell ringt man darum, dem Wesen, das da aus Ton entsteht, da man ihm ja keine wirkliche Individualität aus dem Leben entleihen kann, Wahrscheinlichkeit zu verleihen“, sagt er. Kunsthaus Wiesinger lässt diese Wahrscheinlichkeit mit der 175 cm großen Bronzearbeit „Stehende im Großen Kleid“ ziemlich real und zauberhaft greifbar werden.

Lilly’s Art

Elegant und aufreizend, wie eine Tänzerin aus dem berühmten Pariser Revuetheater hat die Skulptur mit dem Titel „Folie Bergère“ von Oskar Höfinger ihren Auftritt bei Lilly’s Art. Der Entwurf von 1960, in Bronze gegossen und vernickelt, ist mit 163 cm lebensgroß. Ihre kubistisch, abstrahierende Formgebung harmoniert dabei bestens mit dem berühmten, ursprünglich als Theater für Oper und Operette eröffneten und später im Art Deco-Stil umgestalteten, Unterhaltungsetablissement in Paris. Oskar Höfinger, Kokoschka-Schüler, 1935 in Niederösterreich geboren, ist erst im März in Wien gestorben. Tanzende waren ein immer wiederkehrendes Thema in seinem Oeuvre, das ebenso sakrale Werke kennt.

Schauer

Ein Heiliger, den man in Österreich nicht vorstellen muss, ist Florian. Florian wurde schon als Kind getauft und christlich erzogen und machte Karriere als Offizier im römischen Heer. Stationiert war er in Lauriacum, dem heutigen Lorch bei Enns, wo er die Kanzlei des römischen Statthalters in Oberösterreich leitete, bis 40 Gläubige verhaftet und in den Kerker geworfen wurden. Florian versuchte seine Glaubensgeschwister zu befreien und wurde selbst verhaftet. Es folgte grausamste Folter, schließlich warf man ihn mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns. Heute gilt er als Schutzheiliger gegen Feuergefahr, weshalb er auch als prächtige Sandsteinskulptur aus dem 18. Jahrhundert, die Schauer nach Salzburg mitbringt, ein brennendes Haus löscht.

Europas Himmelsgeigen

Wenn die Engel in Salzburg aufgeigen, dann ist Festspielzeit. Dann steht auch die schöne Weiblichkeit im Zentrum, einmal mit goldenen Violinen geschmückt, dann mit Vintage-Armbändern italienischer Provenienz. Bleibt zu hoffen, dass die Wirkung nicht zu verführerisch ist.

Pintar Schmuck & Silber des 20. Jahrhunderts

„Und weil ihr so gerne an diesem Reigen tanzt, dunkt euch der Himmel hänge voll Geigen“, hat schon Martin Luther gemeint. Immerhin sind es die Engel, die im Himmel auf den Geigen spielen. In den Orchestergräben und auf den Podien der Festspielstadt spielt man auch meist himmelsgleich. Dann funkelt es in den Ohren fast so bezaubernd, wie die goldene Brosche in Violin-Form in den Augen, geziert mit Brillanten und Saphiren im Carréschliff, eine Arbeit der 90er Jahre, die sich eine Festspielbesucherin bei Pintar Schmuck & Silber des 20. Jahrhunderts auf die Festspielrobe heften kann.

The Old Treasury

Wenn es die Festspielbesucherin besonders mondän möchte, kann sie sich auch mit einem Armband, aus Italien um 1970, aus Gold schmücken. Es ist mit „Gucci“ signiert und am Stand von The Old Treasury zu haben. Gucci gehört heute längst zu einem großen Luxusgüterkonzern. Gegründet wurde es 1921 vom Sattlermeister Guccio Gucci als Reisewaren-Geschäft in Florenz. Nach seinem Tod in den 1950ern ging es steil bergauf. Sohn Aldo eröffnete das erste Geschäft in den Vereinigten Staaten, das italienische Luxuswaren verkaufte. Ein kluger Schachzug, denn bald trugen Stars wie Grace Kelly, Rita Hayworth und Jackie Onassis die schönen Luxusdinge von Gucci.

Kunsthandel Markus Strassner

Schöne Frauen sind immer in Gefahr. Das zeigt schon die Mythologie, etwa anhand des Schicksals der Europa: Sie war die Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa. Zeus verliebte sich
in sie. Nachdem aber seine Gattin Hera bekannt eifersüchtig war, verwandelte er sich in einen Stier, entführte die am Strand von Sidon spielende Europa auf seinem Rücken und schwamm mit ihr nach Kreta. Dort erst zeigte er sich in seiner Mannesgestalt und zeugte mit Europa drei Kinder: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Auf der ART&ANTIQUE wird die wilde Historie in herrlicher Elfenbein-Schnitzerei erzählt, auf einer großen Prunkplatte aus Deutschland um 1860/80, die im Angebot von Markus Strassner nicht zu übersehen ist.

Walter Moskat Kunst und Antiquitäten

Bei so viel Gefahr für die schöne Weiblichkeit wünscht man sich Schutz, um unbehelligt durch das Festspielgeschehen zu kommen. Walter Moskat Kunst und Antiquitäten hat dafür vielleicht die passende Ausstattung. Auf seiner Dosenuhr hält nämlich ein kleiner Soldat Wache, hat in seiner Rechten eine wehende Standarte und in seiner Linken eine Lanze. In jedem Fall weiß der Mann auf diesem Kleinod der frühen Uhrmacherkunst aus Deutschland, das 1592 aus vergoldetem Kupfer gefertigt wurde, genau, welche Festspielzeit es geschlagen hat.

Fremde Wesen

Opernkomponisten in Sarkophagen, erleuchtete Mönche im Nirwana, Maria als Freude der ganzen Schöpfung und ein Prada-Girl mit Renaissance-Kopf, das zum Spielball gesellschaftlicher Klischees wird. Man sieht, Kunst hat was zu erzählen.

Christoph Bacher Archäologie Ancient Art

Im 19. Jahrhundert weckten die Entdeckungen der Ägyptologen die Faszination für das Land am Nil und seine Schätze. Ab 1863 wurde Ägypten als Teil des Osmanischen Reiches vom Khediven Ismail Pascha regiert, der aus Kairo ein „Paris des Ostens“ machen wollte. Er baute ein Opernhaus, das 1869 zugleich mit dem Suezkanal feierlich eröffnet wurde. Verdi-Fan Ismail Pascha ließ „Rigoletto“ spielen, weil ihm sein Idol kein neues Werk liefern wollte. Doch für die entsprechende Gage fand dann doch 1871 in Kairo die Uraufführung von „Aida“ statt. Bis heute ein Hit von Verdi, der davor gewitzelt hatte, wohl mumifiziert zu werden, falls er in Kairo eine Oper einstudieren müsste. Während die Festspiele „Aida“ spielen, steht bei Christoph Bacher Archäologie Ancient Art der hölzerne Sarkophagdeckel des göttlichen Vaters Wennefer aus der Spätzeit, der 26. Dynastie, 664-525 v. Chr., zum Kauf.

Brenske Gallery

Andere Gegend, andere Religion. Aus dem Russland des 15. Jahrhunderts stammt die Ikone „Gottesmutter Über Dich freut sich die ganze Schöpfung“ (Brenske Gallery). Sie ist in Eitempera auf Holz gemalt und zeigt im oberen Bereich die auf einem Thron sitzende Gottesmutter mit dem segnenden Christusknaben in ihrem Schoß, umringt von einem Chor von Erzengeln. Im Hintergrund erscheint eine Kathedralarchitektur mit Zwiebeltürmen. Im unteren Bereich stehen in zwei Reihen Heilige, darunter Johannes der Täufer, Elias, Mose, David, Kirchenväter und Asketen. Der Hymnus aus der Basilius-Liturgie feiert Maria als Freude der ganzen Schöpfung und preist sie als geheiligten Tempel und geistiges Paradies.

ARTBLUE

Auf ins Nirwana! Vielleicht hilft die hölzerne Statue eines sitzenden Lohan aus dem 17. Jahrhundert dabei. ARTBLUE präsentiert sie in der Residenz. Dazu muss man wissen: Ein Lohan ist ein Mensch, der die Erleuchtung erlangt hat und ein wahrer Anhänger des Buddha ist. Seinen Anfang fand der Buddhismus in einer Gruppe von Mönchen, die sich auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung von der Welt zurückgezogen hatten. Nur durch das klösterliche Leben konnte die Erleuchtung erlangt und das Nirwana erreicht werden. In dieser Form des Buddhismus war der Lohan das Wesen, das diese Erleuchtung erlangt hatte und an der Schwelle zum Nirwana stand.

L.art Galerie

Auch Mode ist manchen eine Religion. Dorothee Golz hinterfragt die dabei ungebrochen zum Tragen kommenden Geschlechterbilder. So auch in ihrem „Prada-Girl“, 2013, C-print, 80 x 60 cm, bei L.art Galerie ausgestellt, in dem sie auf einen heutigen Modelkörper das Gesicht und die Kopfbedeckung aus einem 1465 von Petrus Christus gemalten Bildnis einer jungen Dame montiert: „Es ist keinesfalls mein persönlicher Blick, der dabei zum Ausdruck kommt. Vielmehr spiele ich mit den Clichés, die ésunsere Gesellschaft auf Frauen projiziert. Es sind Frauen, wie sie Männer gerne sehen und wie Frauen gerne wären in unserer heutigen Zeit. Dabei wird klar, dass uns heute ein viel größeres Spektrum an möglichen Frauenleben zur Verfügung steht als vor 500 Jahren. Wir können uns selbst entwerfen. Reagieren aber auch stets auf die Vorstellung unserer Gesellschaft“, schreibt Dorothee Golz darüber.

Wald, Wiesen, Pusteblumen

Raus in die Natur, egal, ob man sich von Wald- und Wiesen-Bildern einfangen lassen, oder am Angelhaken von Juan Miró hängen möchte. Ein Feld voll flauschig weißem Löwenzahn fasziniert auf der ART&ANTIQUE in der Salzburger Residenz genauso wie das Obst aus dem Kärntner Garten.

Smolka Contemporary

„Ferdinand Melichar sieht mehr und fühlt mehr als das Eine oder das Andere. In seiner Kunst sind das Furchtbarste und das Schönste ganz nah nebeneinander, nur ein paar Flügelschläge von einander entfernt. Ich denke, dies ist die einfachste und so schwer auszuhaltende Wahrheit: Unser Leben ist so schön und so scheußlich in einem, weil wir so schön und so scheußlich in einem sind. Der Maler Ferdinand Melichar malt Wahres, nicht Neues oder Altes, nicht Hässliches oder Schönes.“ Vor seinem Ölgemälde „Wald und Wiese I“ von 2022, das Smolka Contemporary in Salzburg zeigt, kann man sich diese Sätze vom Dichter Peter Turrini durch den Kopf gehen lassen. Man wird bemerken: alles andere als Wald- und Wiesen-Malerei!

Galerie Sylvia Kovacek

Emilie Mediz-Pelikan (Vöcklabruck 1861 bis 1908 Dresden) lebte und studierte in Wien, Salzburg, München, Belgien und Paris. Ab 1894 lebte sie mit ihrem Mann Karl Mediz hauptsächlich in Dresden, wo sie 1908 plötzlich verstarb. Die Landschaft war ihr ein bevorzugtes Motiv. Um 1900 gelang dem Künstlerpaar der Durchbruch, später gerieten sie wieder in Vergessenheit. Emilies Darstellung von „Löwenzahn im Dresdner Land“ von 1895, den Galerie Sylvia Kovacek Wien in der Residenz blühen lässt, zeigt sich als eine stimmungsvolle Landschaftskomposition, die den Impressionismus voraussetzt und den Symbolismus anklingen lässt. Eine Gruppe von Silberpappeln oder Birken stehen in einer weitläufigen Wiese, die einem Teppich aus Löwenzahn gleicht.

Galerie Magnet

Anton Kolig, der an der Stuttgarter Kunstakademie lehrte, war schuld, dass, der 1902 in Neuhausen bei Stuttgart geborene, Anton Mahringer bereits in den 1920er Jahren mehrmals nach Kärnten kam. Ab 1931 ließ er sich dann ganz im Gailtal nieder, wobei er auch immer wieder für Mal- und Studienaufenthalte in andere Länder reiste. Mahringer zählt zu den besten Landschaftsmalern der Klassischen Moderne in Österreich, und fand mit zunehmender Reife auch immer mehr Anschluss an zeitgenössische Strömungen. Seine farbenfrohen und fast kubistisch strukturierten Gemälde und Aquarelle mit Motiven aus Kärnten und der Dolomitenregion zeugen beeindruckend davon, so wie auch sein „Obstgarten mit St. Georgener Kirche im Winter“, 1951, den Spezialist Galerie Magnet in Salzburg zeigt.

Galerie Française Gérard Schneider

In ganz eigene Welten entführt die Kunst des Joan Miró, die ihren Platz in Salzburg traditionell beim auf die internationale Klassische Moderne spezialisierten Gérard Schneider und seiner Galerie Française hat. Mirós populäre Arbeit „Prise a l’hameçon“ ist eine handsignierte Radierung und Aquatinta aus dem Jahr 1969. Übersetzt heißt der Titel „Mit dem Haken gefangen“. Und viele Kunstliebhaber nimmt die Kunst Mirós genauso gefangen. Im Jahr bevor er seinen Angelhaken auswarf, 1968, hatte man in der von Mirós Leibarchitekten Josep Lluís Sert entworfenen Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence seinen 75er groß mit einer Ausstellung gefeiert. An einem Ort, der auch heute noch mit seiner Symbiose aus Natur und Kunst jeden gefangen nimmt!

AUSSTELLER SOMMER 2022
ART BLUE
BRENSKE GALLERY
CHRISTOPH BACHER ARCHÄOLOGIE ANCIENT ART
GALERIE BEI DER ALBERTINA ▪ ZETTER, WIEN
GALERIE FRANÇAISE GÉRARD SCHNEIDER
GALERIE MAGNET
GALERIE SYLVIA KOVACEK
KUNSTHANDEL FRELLER
KUNSTHANDEL GIESE & SCHWEIGER
KUNSTHANDEL MARKUS STRASSNER
KUNSTHAUS WIESINGER
L.ART GALERIE
LILLY'S ART
PINTAR SCHMUCK UND SILBER DES 20. JAHRHUNDERTS
RUNGE KUNSTHANDEL
SCHAUER
SCHÜTZ ART SOCIETY
SMOLKA CONTEMPORARY
THE OLD TREASURY
WALTER MOSKAT KUNST & ANTIQUITÄTEN

DATEN UND FAKTEN
ART&ANTIQUE Residenz Salzburg
13. - 21. August 2022
täglich 11-19 Uhr
artantique-residenz.at │ instagram.com/artundantique │ facebook.com/artantique.artfairs
Eintritt frei

PARTNER
DOMQUARTIER SALZBURG
SCHLUMBERGER
RAIFFEISEN SALZBURG PRIVATE BANKING

Landschaften für die Seele

Der Sommer lockt ins Freie. Natürlich auch die Künstler. Den Niederschlag sieht man dann in ihren Werken. Naturgemäß finden sich in der Residenz Blicke und Ansichten, von Orten, die man auch heute noch (er)kennt, bis zu grandios fantastischen Landschaften und Naturen, die es so nie gegeben hat.

Heute stellen wir diese Werke vor:

Kunsthandel Giese & Schweiger

Vom rechten Flussufer hat man auch 2022 eine fast gleich grandiose Aussicht auf die barocke (Kirchen)Kulisse, wie sie Johann Fischbach in seiner „Straße an der Salzach mit Blick auf Salzburg“ 1849 in Öl auf Papier auf Leinwand, 15,5 x 19,5, cm verewigt hat. Mächtig steht in der Ferne Fischer von Erlachs Kollegienkirche mit ihren Türmen und der laternenbekrönten Kuppel, dahinter das steile Dach des romanischen Langhauses der Franziskanerkirche, links davon majestätisch der Dom. Fischbach lebte von 1840 bis 1860 in Salzburg, war Mitbegründer des Salzburger Kunstvereins. Er malte wunderbare Veduten von Stadt und Umgebung, wie auch der idyllische "Blick auf den Traunsee mit Schloss Orth" vorführt, ebenfalls bei der ART&ANTIQUE zu sehen.

Kunsthandel Runge

Eine Salzkammergut-Landschaft nur aus Natur malte Hans Frank 1933: „Der Blick auf den Mondsee“ heißt das 50 x 66 cm große Ölbild, das Kunsthandel Runge anbietet. In der ungemein atmosphärischen Darstellung scheint die Sonne gerade gegen einen Sommerregen zu kämpfen. Frank wurde 1884 in Wien geboren, studierte zuerst an der Kunstgewerbeschule, danach an der Akademie der bildenden Künste. Er reiste viel durch Europa, wurde 1921 Mitglied des Künstlerhauses. Porträts und Landschaften bestimmen sein Oeuvre. Hans Frank lebte einige Jahre in Tirol, zog 1925 zurück nach Wien, verbrachte aber seine letzten Jahre im Lungau, bis er 1948 in Salzburg starb.

Kunsthandel Freller

„Schon seit meinen ersten Landschaften habe ich immer wieder weite Ausblicke von erhöhten Standpunkten auf Städte, Flüsse, Straßen, auf Meeresbuchten, Bergketten gemalt, auf weitläufige Landstücke, in denen man ,mit den Augen‘ spazieren gehen kann...“, meinte Franz Sedlacek. Das Beweisstück dafür bringt Kunsthandel Freller mit „Landschaft mit Jäger“, Öl auf Holz, 66 x 54 cm, aus dem Jahr 1926, nach Salzburg mit. Sedlacek überhöht die Malerei des 16. Jahrhunderts zu etwas hochoriginell Neuem: Jäger und Hund streifen mit elongierten Gliedmaßen als Figuren zwischen Manierismus und Comic durch einen Wald, wie ihn die Donauschule schon kannte. Der Hintergrund weitet sich in kühlem Blau zur Weltlandschaft, während die Stadt am Gebirgsfuß mit ihren Kuppeln und Türmen beinahe an Salzburg denken lässt.

Schütz Art Society

Nochmals Franz Sedlacek, nochmals Natur. Denn nicht nur die große weite Landschaft, auch die nähere Welt der Pflanzen und ihre Bewohner haben Sedlacek fasziniert und zu formal ganz eigenwilligen Kompositionen angeregt. Ein Bespiel dafür präsentiert Schütz Art Society mit „Blüten und Insekten“, Öl auf Holz, 39,5 x 35 cm, von 1935. Knorrige Reben mit seltsam geweihartigen Blüten und roten Beeren, auf denen gruselig grüne Fantasieinsekten krabbeln, sind darauf zu sehen. Größen des Skurrilen, wie Bosch und Arcimboldo, schwingen da fröhlich mit. Es ist ein nächstes Paradestück von Sedlacek, der unter dem Etikett „Neue Sachlichkeit“ ein Meister ihrer Spielarten „Magischer Realismus“ und „Fantastischer Surrealismus“ ist. Es muss auch nicht immer streng nach der Natur sein!

Ein Sommer für Sammler!

Man muss nicht gleich Frauen jagen, wie es der grausame Herzog Blaubart in Béla Bartóks grandioser Oper tut. Ein garantierter Höhepunkt im Salzburger Festspielsommer. So wie auch die ART&ANTIQUE in der Residenz von 13.-21. August 2022.

Dort kann man sich dann ganz unblutig Kunst, Antiquitäten und Design erobern, die schönsten Trophäen nach Lust und Laune und in allerbester Qualität und Auswahl: Antiken, Barockes, Klassische Moderne, Zeitgenössisches, Jugendstil, Uhren, Glas, Schmuck, Österreichisches wie Internationales. Im gekühlten Zelt im Residenzhof und im prachtvollen Carabinierisaal laden wieder die besten ART&ANTIQUE-Aussteller aus Österreich und Deutschland zur schönsten Salzburger Sommermesse!

ART & ANTIQUE
Residenz Salzburg

13. - 21. August 2022
täglich 13-19 Uhr
Eintritt frei

Residenzplatz 1
5020 Salzburg

Aussteller

  • ART BLUE
  • BRENSKE GALLERY
  • CHRISTOPH BACHER ARCHÄOLOGIE ANCIENT ART
  • GALERIE BEI DER ALBERTINA ▪ ZETTER, WIEN
  • GALERIE FRANÇAISE GÉRARD SCHNEIDER
  • GALERIE MAGNET
  • GALERIE SYLVIA KOVACEK WIEN
  • KUNSTHANDEL FRELLER
  • KUNSTHANDEL GIESE & SCHWEIGER
  • KUNSTHANDEL RUNGE
  • KUNSTHANDEL MARKUS STRASSNER 
  • KUNSTHAUS WIESINGER
  • L.ART
  • LILLY'S ART
  • PINTAR SCHMUCK UND SILBER DES 20. JAHRHUNDERTS
  • SCHAUER
  • SCHÜTZ ART SOCIETY
  • SMOLKA CONTEMPORARY
  • THE OLD TREASURY
  • WALTER MOSKAT KUNST & ANTIQUITÄTEN

45. ART&ANTIQUE Salzburger Residenz

9. April bis 18. April 2022

Drin ein Gefäß von wundertät’gem Segen, wird dort als höchstes Heiligtum bewacht“, singt Richard Wagners Schwanenritter Lohengrin in diesem Jahr im Großen Festspielhaus. Doch wer kann ihm schon auf die legendäre Burg Montsalvat zum Heiligen Gral folgen, außer vielleicht Indiana Jones?

Für jeden möglich und höchst empfohlen ist dagegen der Gang in die Salzburger Residenz. In ihren Prunkräumen zieht zu Ostern wieder die ART&ANTIQUE ein und macht sie zum Gefäß für die Schätze aus aller Welt.

2022 setzt die 45. ART&ANTIQUE nach ihrer Zwangspause wieder der kunstvollen Salzburger Osterzeit ein Licht auf, und lädt zu Salzburgs traditionsreichster und bedeutendster Messe für Kunst, Antiquitäten und Design.

Das ermöglicht eine Kunstreise durch die ganze Welt: Da grüßen alte chinesische Hofdamen, freuen sich diamantenbesetzte Goldküken aus New York auf Ostern, watscheln gläserne grüne Fantasievögel, aufgeblasen in Murano, in Vitrinen, verzaubern afrikanische Landschaften, wie sie Friedensreich Hundertwasser gesehen hat, werden pittoreske italienische Küstenstädtchen in warme Abendsonne getaucht, wartet das feinste Geflügel auf seine Köche in altmeisterlicher Antwerpner Küche, leuchtet die französische Riviera wild in allen Farben und glitzert Alfons Waldes Schnee noch einmal in der Tiroler Frühlingssonne.

Neben den vielen Stammaustellern kann sich das Publikum auf zwei ganz exzellente Salzburger Neuzugänge freuen: Ira Stehmann Fine Art aus München hat sich in den letzten 30 Jahren auf zeitgenössische Kunst und hier besonders auf Fotografie spezialisiert.

Dorothea Apovnik Kunsthandel Fine Art aus Wien setzt den Schwerpunkt ihres Angebots auf Gemälde vom 14. bis zum 19. Jahrhundert und bringt in die Residenz ideal passend ausgewählten Alten Meister mit.

Zahlreiche Sonderpräsentationen erlauben eine Vertiefung: Die Kunst des österreichischen Stimmungsimpressionisten Alfred Zoff mit seinen Meeres- und Küstenland­schaften ist bei der Galerie Martin Suppan zu erleben. In die Tiroler Bergwelt entführt Kunsthandel Freller mit seinen Schwerpunkten zur Kunst von Alfons Walde und Albin Egger Lienz. „Alles Marlene“ heißt es bei der Galerie Ruberl, wenn sich Irene Andessner in ihrem langjährigen Fotokunst-Projekt dem geheimnisvollen Filmstar Marlene Dietrich annähert. Brenske Gallery fokussiert und verschränkt in seiner Präsentation die Themen „Ikonen, Kunst und Musik“, während die Galerie Magnet aus Kärnten die Aufmerksamkeit auf die Kunst des berühmten Nötscher Kreises lenkt, mit für diese Künstlerbewegung typischen Werken von Sebastian Isepp, Franz Wiegele, Anton Kolig und Anton Mahringer.

Rundgang mit Highlights:

Wilde Zeiten, himmlisch und heidnisch

Salzburg liegt zu Ostern diesmal auch ein bisschen an der Schelde. Der Fluss fließt durch die Stadt Antwerpen, in der Wagners „Lohengrin“ die heurige Festspieloper spielt. Wir befinden uns dabei im 10. Jahrhundert. König Heinrich sammelt gerade ein Heer zusammen, um gegen die Ungarn zu ziehen. Mit Lohengrin, der aus Montsalvat, dem Palast der Gralshüter gekommen ist, prallt Christentum auf Heidentum. Letzteres verkörpert in Lohengrins Gegenspieler Friedrich von Telramund und seine Wodan und die alten Götter anrufenden Gattin Ortrud.

Galerie bei der Albertina ▪ Zetter: Türken vor Wien
Wien liegt an der Donau. 1529 herrschten auch hier kriegerische Zustände, als die Stadt von den Türken zum ersten Mal belagert wurde und das Christentum bedrängt wurde. Oskar Laske, der eine große Leidenschaft für großformatige, detailreiche Figurenszenen hatte, malte dieses Ereignis aus dem Herbst 1529 vier Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs. Ein Hauptwerk des Künstlers, ein faszinierendes Schauerlebnis, das die Galerie bei der Albertina ▪ Zetter in Salzburg präsentiert. Erstaunlich ist auch, dass die Komposition Oskar Laskes verblüffende Parallelen zu einem populären Kupferstich aufweist, der die Zweite Türkenbelagerung Wiens zeigt.

Kovacek Spiegelgasse Gemälde Glas: Mondberge in Uganda
In „wilden“, fernen Gegenden befand sich Friedensreich Hundertwasser, als er das Gemälde „Auf den Roten Straßen der Mondberge“ (Kovacek Spiegelgasse Gemälde Glas) im August 1967 in Afrika malte. Die sogenannten Mondberge liegen im Ruwenzori-Gebirge in Uganda, wo das Volk der Tooro lebt und Hundertwasser sich während seiner Reise längere Zeit aufhielt. Das Bild besticht durch eine besonders intensive Farbigkeit und Lebendigkeit. Hundertwasser berichtete über diese Reise: „... ich fuhr nach Fort Portal, an den Ruwenzori Bergen (The Mountains of the Moon) und malte dort einige Wochen lang in einem Zimmer eines Freudenhauses. Die Erde war rot. Mit ihr habe ich gemalt.“

W&K - Wienerroither & Kohlbacher: Meditation über Unvorstellbares
„Als alle Dinge in tiefem Schweigen lagen und die Nacht in der Mitte ihres Laufes war, da kam vom Himmel, vom königlichen Throne, O Herr, Dein allmächtiges Wort.” Meister Eckhart, der einflussreiche mittelalterliche Theologe und Philosoph, hat diesen Satz aus dem Buch der Weisheit (18, 14.15) übersetzt. Er spielt damit auf die Inkarnation an.
Max Weiler hat sich daran für seinen Zyklus „Als alle Dinge ...“ inspiriert. Allerdings nicht als Versuch, die sprachliche Sentenz zu illustrieren, sondern um mit malerischen Mitteln, quasi in Meditationsbildern, jenes namenlose, die Vorstellung sprengende Geheimnis zu vermitteln. W&K - Wienerroither & Kohlbacher zeigen daraus „DA“, 1961 Eitempera auf Leinwand, 155 x 115 cm.

Kolhammer & Mahringer Fine Arts: Geöffnete Himmel
„Tu devicto mortis aculeo, Aperuisti credentibus regna caelorum“ – „Du hast des Todes Stachel besiegt, den Gläubigen die Reiche der Himmel geöffnet“, singt der Chor flehentlich in Anton Bruckners „Te Deum“. Christian Thielemann und seine Staatskapelle und der Chor des Bayerischen Rundfunks führen dieses zutiefst ergreifende Stück in ihrer letzten Festspielsaison auf. Zum Innehalten lädt auch der expressiv eindrückliche, aus Spanien beziehungsweise wohl aus Katalonien stammende „Corpus Christi“, der um 1250 aus Laub- und Nadelholz gefertigt wurde und teils in originaler Fassung bei Kolhammer & Mahringer Fine Arts ausgestellt ist. Er ist 109,5 cm hoch und 98 cm breit.

Schöner Wohnen!

Nur noch 50 Tage, dann eröffnet die ART&ANTIQUE in der Residenz in Salzburg. Bis dahin bleibt ein wenig Zeit, um zu schauen, was an Schönem und Wertvollem die eigenen vier Wände schmücken könnte. Ein Spiegel, eine Vitrine für mehr kunstvolle Objekte, ein edler antiker Teppich oder eine Kommode, auf der die edelsten Furniere bezaubern?

Christian Eduard Franke: Edle Salonblüten
Wie man wertvolle Hölzer verarbeiten und veredeln kann, führt eine außergewöhnliche Louis-XV-Kommode aus Paris von François Lebesgue um 1760 vor. Geschmückt ist sie mit Bois de Rose und Mahagoni sowie zahlreichen teils kolorierten, brandschattierten und gravierten Edelhölzern, die Blütenzweige in Rahmungen aus Muscheln und geschuppten Bändern zeigen. Dazu kommen feuervergoldete Bronzeapplikationen und -zierkanten, obendrauf eine originale Brèche d‘Alep-Marmorplatte als Abdeckung. Unter der Platte ist das Stück, das Christian Eduard Franke anbietet, mit Schlagstempel signiert. Kurz: Dieses Möbel aus französischem Adelsbesitz entspricht höchsten Ansprüchen an ein höfisches Salonstück.

Kunsthandel Nikolaus Kolhammer: Elfenbein gespiegelt
Vier Medaillons aus geschnitztem Elfenbein, teils mit floralen Motiven, bilden den einzigen Dekor und lockern die geradlinige Einfachheit eines Spiegels auf, den Josef Hoffmann um 1935 entworfen hat. Ein seltenes Stück im Schaffen Hoffmanns, das gerade in einer großen Ausstellung im Wiener MAK gewürdigt wird. Der Entwurf wurde aus fein geschnitztem Nussholz von der Rahmenmanufaktur Max Welz gefertigt, die mit ihren Ausführungen auf höchstem handwerklichem Niveau den künstlerischen Vorstellungen Hoffmanns gerecht wurde (Kunsthandel Nikolaus Kolhammer).

Florian Kolhammer, art since the turn of the 20th century: Funktionales Schweben
Der Architekt, Designer und Theoretiker Josef Frank wurde 1885 in Österreich geboren. Bis 1920 arbeitete er für Projekte Josef Hoffmanns und für die Wiener Werkstätte, sowie später an der Werkbundausstellung und der Wiener Werkbundsiedlung mit. 1933 emigrierte er vor dem Naziregime nach Schweden, fand mit seinen Entwürfen großen Anklang und arbeitete über dreißig Jahre lang für die Firma Svenskt Tenn in Stockholm. Seine Bauten sind durch funktionalen Formen geprägt. Diesem Geist folgt auch eine 1946 für Svenskt Tenn entworfene Vitrine, die von vier kreiselartigen Füßen getragen, auf ihrem schlichten Korpus zu schweben scheint. Boden und Rückwand sind verspiegelt und bringen die darin aufbewahrten Schätze perfekt zur Geltung (Florian Kolhammer, art since the turn of the 20th century).

Bagherpur Knüpfwerke seit 1971: Geknüpfter Zwilling
Einen Hauch altes Persien bringt Teppichspezialist Bagherpur Knüpfwerke seit 1971 nach Salzburg: Mit einem besonderen Exemplar Teheran-Seide, 120 x 180 cm, das Mitte des 19. Jahrhunderts gefertigt wurde. Die Motive darauf stammen aus den unterschiedlichsten Regionen Irans, daher vermutet man, dass es sich um die Auftragsarbeit eines wohlhabenden Kaufmanns handelt. Geknüpft wurde der Teppich im Teheraner Gefängnis, wo man solche Aktivitäten damals als Eingliederungsmaßnahme verstand. Der Teppich ist der eine Teil eines Pärchens. Sein Zwilling befindet sich im Iranischen Teppichmuseum in Teheran.

Küken und Schnecken in Öl und Gold

Tiere haben zu Ostern Saison. Dabei muss es nicht immer nur der Hase sein. Denn in der aufblühenden Natur tummelt sich noch einige mehr. Wir schauen daher kunstvoll in die Landschaft, in den Himmel und sogar unter Wasser!

Kunsthandel Giese & Schweiger: Perlboote im Renaissancegewand
In die Tiefen des Meeres taucht man bei Kunsthandel Giese & Schweiger angesichts eines Stilllebens, Öl auf Holz, von Hugo Charlemont (1850-1939) ab: Es zeigt einen „Nautiluspokal, Blumen und Perlen“. 1882 hat es der aus Mähren gebürtige, an der Wiener Akademie und auch bei Hans Makart ausgebildete Hugo Charlemont gemalt. Für Nautiluspokale wurden seit der Renaissance die spiralenförmigen Schalen von auch poetisch „Perlboote“ genannten Meerestiere verwendet. Die Nautilus zählen zu der Gruppe der Kopffüßer und sind damit Verwandte der Tintenfische. Doch nur die an den Steilhängen der pazifischen Korallenriffe lebenden Perlboote besitzen eine Schale, die sie schützt und mit der sie auch ihren Auftrieb im Wasser regeln können.

Ulf Englich Inh. Franz Wagner: Fische mit Gefühl
Wenn man in den Nachthimmel blickt, trifft man auch auf Fische! Und alle, die zwischen 19. Februar und 20. März geboren sind, tun es unter dem Sternzeichen der „Fische“. Wer an die Sterne glaubt, darf sich dann zu den eher emotionalen Gemütern zählen. Denn rationales Denken gehört weniger zu den Stärken der „Fische“-Geborenen. Aber man muss geradezu emotional werden, angesichts der beiden herrlichen Fabel-Fische, die bei Ulf Englich Inh. Franz Wagner funkelnd in der Vitrine zappeln. Es handelt sich um einen antiken Brosche-Anhänger aus Gold, der mit Naturperle, Südseeperle, Rubinen, Smaragd und Diamant ganz besonders veredelt wurde.

Pintar Schmuck und Silber des 20. Jahrhunderts: Funkelndes Federvieh aus New York
Küken schlüpfen gerne aus Ostereiern. So es die Sterne wollen, wird es ein Hahn. Der findet sich unter den chinesischen Sternzeichen und hat besonders positive Eigenschaften zugeschrieben bekommen: Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Mut. Aber der Hahn ist auch ein sehr stolzes Wesen. Das nächste Jahr des Hahns ist übrigens 2029. Bis dahin ist das Küken in Form einer goldenen Brosche (Pintar Schmuck und Silber des 20. Jahrhunderts), geziert mit Rubinen und mit „Hammerman Brothers“ signiert, das in New York in den 1980er Jahren aus der Schale gesprungen ist, vielleicht schon zum stolzen Gockel geworden?

Galerie Française Gérard Schneider: Freies Schweben
Auch Georges Braque liebte Vögel. Insbesondere in seinen Arbeiten ab 1949 trifft man immer wieder auf sie. Mitunter als Beiwerk, oft aber auch als das zentrale Motiv. So wie in „Vol d’oiseaux“, dem „Vogelflug“, einer Gouache 29,8 x 59,8 cm groß, die 1954 datiert und der bulgarisch-französischen Kunsthistorikerin Dora Vallier gewidmet ist. Die Galerie Française Gérard Schneider stellt dieses Werk in der Residenz aus und der Betrachter kann sich imaginieren, wie die Vögel am Himmel über seinem Kopf hinwegziehen. Für Georges Braque besaßen die Tiere einen besonderen Zauber: Er verstand sie als Verkörperung des ewigen Wandels und der Überwindung des Raums.

Immer der Küste entlang

Sehnsuchtsort Meer. Der Wunsch, für ein paar Momente aus dem Alltag zu entkommen, Neues zu entdecken, in besondere Atmosphären einzutauchen, ist unstillbar. Die Kunst kann da inspirieren, solche Träume zumindest im Kopf wahr werden zu lassen. Wir bitten daher auf Reisen in die Fantasie und in die Welt. Mögen sie bald real werden!

Kunsthandel Runge: Sonne gegen Wintertag
Wenn die Sonne auf den Schnee scheint, freut sich der eine auf die Tiefschneeabfahrt, und die andere träumt längst schon von wärmeren Tagen, von Sonne, Strand, See und Meer. Um solche Gefühle zu evozieren ist Alfred Poell (1867-1929), ein Meister der Landschaft, der Richtige, wie sein „Sonniger Wintertag“, Öl auf Holz, von 1919 bei Kunsthandel Runge zeigt. Poell war ein Arztsohn aus Salzburg, studierte zunächst Medizin in Innsbruck, danach Malerei in München. 1896 zog er nach Linz, wo er als Frauenarzt praktizierte. 1913 trat er in die Wiener Secession ein. In Linz war er Gründungsmitglied der Künstlervereinigung „Der Ring“ und ein großer Förderer des Kulturlebens.

Kunsthandel Michael Kraut: Über Triest nach Kroatien
Auch Friedrich Eigner ist ein Salzburger, Jahrgang 1948. Auch er kam erst nach dem Studium der Philosophie zur Malerei. 1985 entdeckte ihn der legendäre Literat und Kritiker Hans Weigel und holte ihn 1985 nach Wien. Kunsthandel Michael Kraut widmet dem inzwischen in Italien ansässigen Künstler in Salzburg eine Sonderschau mit Arbeiten von der oberen Adria. Die Reise führt dabei von Venedig über Triest bis an die Ostküste von Istrien und der angrenzenden Kvarner Bucht. Jeder gelernte Österreicher macht ohnehin auf seinem Weg in den Süden nur allzu gerne Station im „Golf von Triest“, wie ihn Eigner 2021 gemalt hat.

Ira Stehmann Fine Art: Venedig im Regen
Ach Venedig! Wo heuer wieder die Kunstbiennale lockt. Aus dem Bestreben heraus, das wahre Gesicht Venedigs aufzuspüren, hat der 1961 in München geborene Fotograf Christopher Thomas Anfang 2010 Domizil in der Stadt genommen. In dem dabei geschaffenen Werkzyklus „Venedig, die Unsichtbare“, ein Konvolut von 100 Arbeiten, entführt er mit Stimmungsbildern in eine Stadt der Stille – menschenleer und ganz bei sich selbst. So erscheint die „Piazzetta San Marco I“, 2010, Pigment Print auf handgeschöpftem Büttenpapier, 135x103 cm, in einer Auflage von 7 plus 2 Artist Proofs, bei Neuausteller Ira Stehmann Fine Art, herrlich einsam, frei von Tauben und Touristen. Wie in längst vergangenen Tagen.

Kunsthandel Hieke: Südfrankreich aus Frauenhand
Richtung Westen geht es dann mit der Malerin Helene Funke, die bei Kunsthandel Hieke ihren bedeutenden Platz hat. Für eine Serie von südfranzösischen Motiven hat sich Funke zwischen 1906 und 1911 häufig an der südfranzösischen Mittelmeerküste aufgehalten und tat es damit ihren männlichen Kollegen Matisse, Signac und Derrain gleich. Das wunderbare Motiv, von Kunsthandel Hieke in Salzburg präsentiert, in Mischtechnik auf Papier 28 x 31 cm groß, ist um 1908/1910 entstanden. Funke ist schon hier ganz vom Fauvismus inspiriert und es gelingt ihr hervorragend, das helle Licht des Südens voller Farbintensität einzufangen.

Frauen und Weltfriede


Der März hat für Frauen seit 1911 besonderes Gewicht. In diesem Jahre wurde nämlich ein erster „Frauentag“ in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und in der Schweiz gefeiert. Die Idee dazu stammte aus den USA. 1975 wurde dann zum ersten Mal der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ begangen. Dass solche Aktionstage Sinn machen, zeigt nicht nur der Blick in die aktuellen Nachrichten, sondern auch in die Kunstgeschichte, wo diverse Frauenbilder- und Schicksale warten.

ARTBLUE: Dienend in der Tang-Zeit
Im alten China gab es immer wieder mächtige Frauen, doch grundsätzlich war der Platz der chinesischen Weiblichkeit im Haushalt, um Mann und Familie zu (be)dienen. Das änderte sich erst mit Ende der Kaiserzeit 1911 und der folgenden Revolution. Die Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.), aus der die bezaubernde Hofdame aus Terracotta bei ARTBLUE stammt, war eine Blütezeit von Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Spannend wäre es also zu fragen, wie es einer Dame am Hof in dieser Epoche grundsätzlich so ging?

Schauer: Unbefleckt nach Ägypten
Zur Berühmtheit hat es eine Frau aus Nazareth in Galiläa geschafft. Vor allem dank ihrer unbefleckten Empfängnis und der Geburt von Jesus Christus. Eine bekannte Episode aus der Zeit kurz nach der Geburt ist die „Flucht nach Ägypten“, die nötig wurde, um das Kind vor den Söhne mordenden Schergen des Herodes zu retten. Die Flucht gelang. Maria hielt dabei ihr Kind, am Esel reitend, im Arm. Es ist die Zeit, wo mit Josef noch ein Mann an ihrer Seite zu finden ist. Er führt den Esel bei Schauer in einer zauberhaften Darstellung des beliebten Themas, die um 1500, im Stil noch gotisch, aus Lindenholz geschnitzt wurde.

Dorothea Apovnik Kunsthandel Fine Art: Weiche Mutterschaft
Innig und intim hat der Bologneser Giovanni Francesco Barbieri, genannt Guercino, die Zuwendung von Maria zu ihrem Sohn dargestellt. Um 1621 malte er in Öl auf Leinwand, 63 x 52,5 cm groß, „Madonna und Kind“, mit dem sich Dorothea Apovnik Kunsthandel Fine Art in Salzburg erstmals präsentiert. Es ist ein Frühwerk, das in seinen Hell-Dunkel-Kontrasten an Caravaggio denken lässt, aber in der Weichheit der Konturen und Übergänge die venezianische Malerei nicht verleugnen kann. Laut Barockexperte Nicholas Turner handelt es sich hier um eine Skizze für das Gemälde aus der Sammlung Barbara und Eduard Beaucamp, das sich als Schenkung im Frankfurter Städel Museum befindet.

Kunsthaus Wiesinger: Strahlend, blühend, froh
Modern und klassisch zugleich dürfen drei Frauen aus Bronze ins Bad steigen. Der deutsche Bildhauer Robert Metzkes, Stammgast im Programm des Kunsthaus Wiesinger, greift damit ein uraltes Thema der Kunstgeschichte auf: Die Chariten aus der griechischen Mythologie, die als „Die drei Grazien“ Weltkarriere gemacht haben. Es sind die Töchter des Zeus und der Eurynome. Sie nennen sich die Frohsinnige (Euphrosyne), die Blühende (Thalia) und die Strahlende (Aglaia). Die Kunstgeschichte kennt sie vor allem nackt. Ein Frauenbild, das sich als Topos schon lange vor Metzkes in der Antike bei Botticelli, Cranach, Rubens, ja sogar bei Picasso, findet.

Naturnahe Kunstwerke


Was wäre Österreich ohne seine Landschaft, seine ländlichen Gegenden? Schon Julie Andrews tanzte im großen Salzburger Musical-Hit, „The Sound of Music“, frohlockend im Dirndl über grüne Almen. Die ganze Welt kommt gerne, um in den Bergen Skizufahren oder im Sommer Wandern zu gehen. Klare Luft, weiter Blick, Ruhe und das Erleben von Natur sorgen für Rückbesinnung, Einkehr und (Kunst)Inspiration.

Schütz Fine Art - Chinese Department: Das Leben malt sich
Klassische Natur: „The Classic of Mountains and Seas” beschwört die aus China stammende Malerin Li Hua in ihrem großformatigen Ölgemälde von 2018 bei Schütz Fine Art - Chinese Department. Ursprünglich, natürlich und emotional klingt auch, wie sie den Entstehungsprozess ihrer Kunst beschreibt: „Ich male kaum ein Bild, das bewusst von mir entworfen worden ist ... Ich lasse die Linien und die verschiedenen Farbflächen selber auf der Leinwand zusammenstoßen ... Die Vollendung eines Bildes ist auch ein Ereignis, in welches Gefühle, Erfahrungen und das Erleben von Zeit einfließen. All dies erinnert an das Leben und die fragmentarische Wirklichkeit selbst.“

Kunsthandel Freller: Bergwelten für Daheim
Kitzbühel ist wohl Österreichs bekanntester Skiort. Dabei ist es kein Dorf, sondern eine stolze Tiroler Stadt. Alfons Walde ist ihr großer, malender Sohn, der Kitzbühel in seiner Kunst weltweit begehrt verewigt hat. Kunsthandel Freller zeigt das in einer Sonderschau, an der Seite der Kunst seines Osttiroler Kollegen Albin Egger-Lienz. Die beiden Ausnahmetalente schafften es, den bäuerlichen und ländlichen Alltag und dessen Charaktere einzufangen und als Motiv zu erarbeiten. In „Einsamer Berghof“ von 1935 zeigt Walde die für ihn charakteristische schneebedeckt strahlende Tiroler Bergwelt in besonderer Lichtstimmung.

Lilly’s Contemporary Art Exclusive Antiques: Jedem seinen Altar
Zur rustikalen Andacht lädt man bei Lilly’s Contemporary Art Exclusive Antiques, wo sich ein frühbarocker Hausaltar mit seiner Tempelfrontarchitektur so prächtig macht, dass er wohl jedem Landhaus zur heiligen Zierde gereichen würde. Erstaunlich ist das außergewöhnlich reiche Figurenprogramm des polychrom gefassten und blattvergoldeten Hausaltars aus der Zeit um 1700: In der zentralen Nische steht eine Skulptur des hl. Jakobus. Links sieht man unter anderem den hl. Joseph mit Christuskind. Auf dem Gebälk sind links der Erzengel Michael und rechts wohl der hl. Jodokus angebracht. Zwei stehende Engel weisen auf die Aufsatz-Szene mit der Dreifaltigkeit. Darüber sitzen auch noch zwei geflügelte Putti.

Galerie Magnet: Der Prinz im Dorf
Vater-Sohn-Konflikte, wie sie Shakespeare in seinem Hamlet aufbrechen lässt, gab es natürlich auch auf jedem Hof, in jedem Dorf. Ob der „Hamlet vom Dorfende“, ein strammer Jüngling, den Anton Kolig zwei Jahre vor seinem Tod, 1948, in einem seiner spätexpressionistischen Ölbilder verewigte, deshalb seinen Namen bekam, bleibt wohl der Fantasie überlassen. Vielleicht war er nur ein Gedanken schwer verträumter junger Mann, wie auch der tragische Dänenprinz Shakespeares. Das Gemälde der Galerie Magnet beweist jedenfalls, wie souverän sich Kolig von Früh an auf Männerakte verstand.

Heilige und Ikonen

Stars aus der frühen Christenzeit bis hinauf in die 1970er Jahre haben in Salzburg ihre Parade. Mick Jagger, Marlene Dietrich und die bildhübsche Barbara aus dem heutigen Izmit, das früher Nikomedien hieß, sonnen sich im Scheinwerfer-Licht auf der ART&ANTIQUE. Die Hl. Barbara beschützt dazu traditionell auch die Bergleute, weshalb allerlei Metalle kunstvoll zu großartigen Objekten geformt werden konnten.

Galerie Ruberl: Alles Marlene
Sie war Super-Star, Stil-Ikone, ein Mensch mit Haltung und Gewissen, und starb am Ende doch einsam: Marlene Dietrich. Im letzten Dezember hätte sie ihren 120. Geburtstag gefeiert, im Mai jährt sich zum 30. Mal ihr Todestag.
Die Fotokünstlerin Irene Andessner unternahm in einem ihrer umfangreichsten Projekte die Verwandlung in Marlene Dietrich. Nicht nur Ausstattung, Haarfarbe, Make-up vergegenwärtigen dabei die Dietrich, durch Heirat mit einem Mann namens Armin Dietrich wurde sie sogar tatsächlich zur Dietrich. Sie kann somit die Arbeitsergebnisse aus dieser zwei Jahre langen Performance mit I.M.Dietrich signieren. Die Galerie Ruberl präsentiert dieses Projekt in einer Sonderschau.

Galerie Haas & Gschwandtner: Andy und Mick
Gleich zwei Superstars bringt die Galerie Haas & Gschwandtner in Deckung: Andy Warhol und Mick Jagger. Der Superstar der Pop-Art rückt den Superstar der Rockmusik ins Bild. Mittel ist seine Polaroid Kamera, mit der Warhol 1975 über 50 Aufnahmen vom Frontmann der Rolling Stones in seiner Sommerresidenz in Montauk schoss. Aus ausgewählten Polaroids fertigte er dann Collagen, mit denen er den Mythos des Sängers einzufangen versuchte. Bei Haas & Gschwandtner gibt es den Mick Jagger von 1975 als 110,5 x 73,7 cm großen Siebdruck auf Papier aus einer Edition von 250, signiert von Mick Jagger und Andy Warhol.

Walter Moskat Kunst und Antiquitäten: Glückauf, Barbara!
Ein Star unter den Heiligen ist Barbara von Nikomedien. Ihr heidnischer eifersüchtiger Vater sperrte sie in einen Turm, weil er eine Heirat seiner bildschönen Tochter verhindern wollte. Sie entkam, konnte auf ihrer Flucht sogar durch eine Bergspalte entkommen, was sie später zur Schutzpatronin der Bergleute machte. Nachdem sie verraten wurde, starb sie im Jahr 306 den Märtyrertod: Der eigene Vater Dioscuros enthauptete sie, nachdem sie sich weigerte, ihren christlichen Glauben und ihre jungfräuliche Hingabe an Gott aufzugeben. Sie zählt zu den vierzehn Nothelfern, steht für Wehr- und Standhaftigkeit im Glauben. Ihre Attribute: Kelch und Turm. Letzteren trägt die gotische, 48 cm große, Barbara aus Tirol, nebst ihrer originalen Fassung aus der Zeit um 1500 auf dem Stand von Walter Moskat Kunst und Antiquitäten.

Kunsthandel Markus Strassner: Eisen macht sicher
Schwer und massiv beschlagen steht ein Tresor, eine Cassaforte, aus dem Mailand des 17. Jahrhunderts, auf dem Stand von Kunsthandel Markus Strassner. Viel Bergbaukraft war wohl notwendig, um das Erz für dieses Prachtstück aus den Stollen zu fördern. Das Wort „Tresor“ stammt aus dem Griechischen, Thēsaurós, und bedeutet Vorrat, Schatz, Schatzkammer, Speicher. Aber auch die alten Ägypter sperrten ihre Wertsachen bereits in hölzerne Truhen. Im Mittelalter verwahrte man Münzen, Schmuck und Reliquien in eisenbeschlagenen Holztruhen auf. Erst im 18. und 19. Jahrhundert fertigten Schlosser Panzerschränke aus Eisen.

Kunsthaus Kende: Holzaugen in Metall
Hochkultiviert zeigt sich bei einer großen, sogenannten Mokume-gane Vase der japanische Umgang mit Metallen wie Silber, Kupfer und den traditionellen japanischen Legierungen Shakudo, Kuromido und Shibuichi. Das Objekt wurde 2018 von Ryuhei Sako gefertigt. Das Kunsthaus Kende aus Tübingen bietet damit das Werk eines der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Japans für Objekte in Mokume-gane an. Mokume-gane ist eine traditionelle, japanische Schmiedetechnik. Das Wort bedeutet „Holzaugen-Metall“. Bei der Herstellung wird eine Vielzahl unterschiedlicher, dünner Metallschichten aufeinandergelegt und miteinander durch mehrfaches Glühen und Hämmern zu einem Block verbunden und so weiterveredelt, dass das Erscheinungsbild am Ende an eine Holzmaserung erinnert.

Schwarz-weiß und bunt

Farbe in allen Möglichkeiten – oder auch nicht, prägt die bildende Kunst. Der eine Maler verwendet sie üppig und wild, der andere beschränkt sich auf einen Farbton, wobei in beiden Fällen die Dynamik durch die Aktion ins Spiel gebracht wird. Der nächste lässt sie aus dem eleganten Formenspiel ganz draußen, während sie anderen Instrument ist, um Stimmungen die richtige Impression zu geben.

Galerie Susanne Bauer: Es blüht in Schwarzweiß
Schwer trägt der „Frühlings“-Putto von Michael Powolny an seiner Blütenpracht, die er in Händen hält. Dabei ist sie nicht einmal bunt, sondern schwarz-weiß, was der Herzigkeit des Ganzen aber keinen Abbruch tut. Um 1907 hat Michael Powolny die Skulptur entworfen, ausgeführt wurde sie von Wiener Keramik, und Galerie Susanne Bauer bietet sie in erstklassigem Originalzustand an. Michael Powolny und Bertold Löffler haben die Die Wiener Keramik 1907 gegründet, die Objekte wurden hauptsächlich von der Wiener Werkstätte vertrieben. „Die vier Jahreszeiten“, Allegorien in Putto-Gestalt, waren dabei ein Renner, sind es bei Sammlern bis heute – und es gibt sie natürlich auch in bunt.

Galerie Artziwna: Farbmaterie als Schmiere
Bunt ist auf jeden Fall Arnulf Rainers „Hand und Fingermalerei“ 1983/84, Öl auf Malkarton bei der Galerie Artziwna. Klingt nach kindlichem Übermut, passierte jedoch zufällig und wurde bald Konzept: 1973 brach Rainer der Pinsel, worauf er, um Rhythmus und Konzentration nicht zu verlieren, einfach mit den Fingern weitermalte – und so selbst zum Malinstrument wurde. „Nachdem ich viele Kartons auf dem Boden aufgelegt hatte und von einem zum anderen kroch, um die Farbmaterie als Schmiere, Markierung, Spur zu hinterlassen, fand ich zu einer sehr physischen Malweise.......meine Hände waren dabei immer schmutzig, wund und offen, meine Knie aufgeschürft“, meinte er 1982 dazu.

Schütz Fine Art: 6 Tage Rot
Aktion verlangt auch die Arbeit von Hermann Nitsch, der seine Schüttbilder aus dem Wiener Aktionismus heraus entwickelt hat. Bei Schütz Fine Art trifft man auf eine Arbeit „Ohne Titel“, Acryl auf Jute, 100 x 80 cm, aus dem Jahr 2007. Im Gegensatz zu Rainers Buntheit beschränkt sich Nitsch auf Rottöne. 2007 war ein wichtiges Jahr für Nitsch, wurde doch sein eigenes Museum in Mistelbach eröffnet. Unweit seines Schloss Prinzendorf, dem Schauplatz seines „Orgien Mysterien Theater“, das 6-Tage-Spiel, für Nitsch soll es „das grösste und wichtigste fest der menschen werden (es ist ästhetisches ritual der existenzverherrlichung). es ist gleichzeitig volksfest und zu bewusstsein gebrachtes mysterium der existenz.“

Brenske Gallery: Christus im Dunkelrot
Erstaunlich, dass das „Allessehende Auge Gottes“, eine Feinmalerei aus dem Russland des 19. Jahrhunderts bei Brenske Gallery München in seiner Tonalität, den Rot- und Brauntönen, dem Schüttbild von Nitsch ähnelt. Die Komposition symbolisiert den Kosmos, der von den zentralen Elementen des Christlichen Weltverständnisses durchdrungen ist: Im Zentrum erscheint Christus, von dem ein vierzackiger dunkelroter Stern ausgeht. Das Christusmedaillon umgibt ein weiterer hellroter Kreis mit Ausschnitten aus Gesichtsfeldern (ein Augenpaar, eine Nase und ein Mund), der seinerseits von einem dunkelblauen Kreis mit Strahlen eingefasst wird, der oben das nimbierte Antlitz der Gottesmutter aufnimmt. Dieses Strahlenrund wird nach außen von sechs Medaillons umfangen.

Galerie Martin Suppan: Riviera im Abendrot
Den Kosmos in schönster, sonnig südlicher Form hat Alfred Zoff unter anderem mit seinem „Abend über Nervi“, 1896, in Öl auf Leinwand, 67 x 117 cm, eingefangen.
Die Galerie Martin Suppan widmet dem österreichischen Stimmungsimpressionisten und bedeutenden Marinemaler in Salzburg eine Einzelpräsentation. Peter Peer von der Neuen Galerie Graz zählt Zoffs Meeres- und Küstenland­schaften zu den besten der öster­reichischen Malerei. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt daher auch bei den südlichen Meer- und Küstenmotiven, die Zoff schon zu Lebzeiten ungemein beliebt machten. Zu Zoffs Kunden zählte auch Kaiser Franz Joseph I., der ein großer Liebhaber seiner Bilder war und insgesamt acht Gemälde erwarb.

The old Treasury: Es grünt golden!
Zum Schluss bleibt die Frage, wie man Gold als Farbe einordenden darf? Weiß-, Gelb- und Rotgold kennen die Juweliere – wertvoll und begehrt ist es in jedem Fall. Vor allem wenn es so wunderbar glänzt, wie das Herz aus Blättern, das dank The Old Treasury in der Residenz Damenherzen höherschlagen lässt. Das zauberhafte Blattwerk aus 18 karätigem Gold ist etwa um 1960 in den Werkstätten des Pariser Traditionsjuweliers Boucheron gewachsen. Das Vintage-Stück führt schlagend den Beweis, dass zartes Grün nicht immer grün sein muss! 

AUSSTELLER 2022

GALERIE BEI DER ALBERTINA ▪ ZETTER
DOROTHEA APOVNIK KUNSTHANDEL FINE ART
GALERIE ARTZIWNA
BAGHERPUR KNÜPFWERKE SEIT 1971
GALERIE SUSANNE BAUER
ARTBLUE
BRENSKE GALLERY
ULF ENGLICH INH. FRANZ WAGNER
GALERIE FRANÇAISE GÉRARD SCHNEIDER
CHRISTIAN EDUARD FRANKE
KUNSTHANDEL FRELLER
KUNSTHANDEL GIESE & SCHWEIGER
GALERIE HAAS & GSCHWANDTNER
KUNSTHANDEL HIEKE
KUNSTHAUS KENDE
FLORIAN KOLHAMMER, art since the turn of the 20th century
KUNSTHANDEL NIKOLAUS KOLHAMMER
KOLHAMMER & MAHRINGER FINE ARTS
KOVACEK SPIEGELGASSE GEMÄLDE GLAS
KUNSTHANDEL MICHAEL KRAUT
LILLY'S CONTEMPORARY ART EXCLUSIVE ANTIQUES
GALERIE MAGNET
WALTER MOSKAT KUNST & ANTIQUITÄTEN
PINTAR SCHMUCK UND SILBER DES 20. JAHRHUNDERTS
GALERIE RUBERL
RUNGE KUNSTHANDEL
SCHAUER
SCHÜTZ FINE ART
SCHÜTZ FINE ART - CHINESE DEPARTMENT
KUNSTHANDEL MARKUS STRASSNER
IRA STEHMANN FINE ART
GALERIE MARTIN SUPPAN
THE OLD TREASURY
W&K - WIENERROITHER & KOHLBACHER
KUNSTHAUS WIESINGER

DATEN UND FAKTEN

ART&ANTIQUE Residenz Salzburg
9. April bis 18. April 2022
täglich 10-18 Uhr

artantique-residenz.at instagram.com/artundantique facebook.com/artantique.artfairs

EINTRITTSPREISE

€ 15,- Tageskarte
€ 12,- für Gruppen ab 10 Personen/pro Person
Gratis Eintritt für SchülerInnen, StudentInnen (mit Ausweis bis 27 Jahre)

PARTNER

OSTERFESTSPIELE SALZBURG
RAIFFEISEN SALZBURG PRIVATE BANKING

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