Presse

24.04.2019

44. ART&ANTIQUE Residenz Salzburg ging erfolgreich zu Ende

Hasen und viele andere Trophäen sorgten auf der ART&ANTIQUE in der Salzburger Residenz von 13. bis 22. April 2019 für Sammlerglück: „Die hier feilgebotenen Köder repräsentieren einen Streifzug durch die ältere und neuere Kunstgeschichte aller Gattungen“, freute sich etwa die Tageszeitung „Der Standard“ über das Angebot der 44. ART&ANTIQUE. Diese „Bandbreite macht die ART&ANTIQUE auch für Schaulustige so reizvoll“, wussten die „Salzburger Nachrichten“ zu ergänzen. Es wurde aber nicht nur von der ägyptischen Mumienmaske, zur gotischen Madonna, vom barocken Zirbenholzschrank bis zum zeitgenössischen Gemälde geschaut, sondern auch zahlreich gekauft. Wie es sich zu Ostern gehört, fanden dabei natürlich Hasen ihren Absatz, sei es aus Gold, als entzückendes Vintage-Schmuckstück oder im Altmeister-Gemälde.

Ganz dem Trend folgend waren es dann vor allem Zeichnungen und Gemälde, die das Salzburger wie das internationale Publikum besonders anzogen: Rudolf von Alt, Anton Romako, Egon Schiele, Carl Moll, Alfons Walde, Friedrich Berzeviczy-Pallavicini lauten einige der klingenden Namen unter den gemeldeten Verkäufen.
„Genau diese Vielfalt, die großartigen Bemühungen unserer erstklassigen Aussteller, das internationale Publikum und natürlich die Kombination mit den Osterfestspielen Salzburg haben die ART&ANTIQUE Residenz Salzburg auch in diesem Jahr zu einem ganz besonderen Unikat unter den Kunstmessen gemacht“, kommentiert Alexandra Graski-Hoffmann den Erfolg der von ihr veranstalteten Salzburger Traditions-Messe, die am Ostermontag zu Ende ging.

18.04.2019

ART&ANTIQUE mit jungen und alten Maestri eröffnet!

Salzburg gibt sich zu Ostern ganz meisterlich: Meisterwerke in der Residenz, Meistersinger auf der Festspielbühne, meisterliches Handwerk da wie dort. Kein Wunder, dass auch Festspiel-Maestro Christian Thielemann, treuer Stammgast, die Eröffnung der ART&ANTIQUE in der Residenz Salzburg nicht ausließ. Er kam nur kurz nach Salzburgs Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, um sich an den großartigen Schätzen aus allen Epochen, von der Antike bis in die Gegenwart, von feinst gearbeiteten Antiquitäten sowie gesuchten Designstücken zu begeistern. Ob ein prachtvolles Möbel von Deutschlands bedeutendster Kunsttischler-Dynastie Roentgen bald in Dresden steht? Oder das acht Quadratmeter große Triptychon von Max Weiler, das einst bei Weiler-Fan Wolfgang Schüssel im Bundekanzleramt hing, bald in Salzburg beeindruckt?

Geschäftsführerin von M.A.C. Hoffmann und Veranstalterin der ART&ANTIQUE Residenz Salzburg Mag. Alexandra Graski-Hoffmann zeigte sich über den gelungenen Start, der 44. ART&ANTIQUE Ausgabe begeistert: „Der große Einsatz des Kunst- und Galerienhandels, nur das absolut Beste für Salzburg zusammenzutragen, ergibt eine Messe von bestechender Qualität im einzigartigen Rahmen der Residenz!“

Große Anerkennung gab es auch von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, nach seinem gemeinsamen Rundgang mit Mag. Alexandra Graski-Hoffmann: "Wir sind sehr glücklich, dass diese Messe seit 1976, begründet von Ihrem Vater und fortgeführt von Ihnen, in Salzburg stattfindet und im österlichen Reigen zu den Osterfestspielen ein weiteres hoch qualitatives kulturelles Angebot darstellt."

02.04.2019

Buchstabenkaiser und malende Apotheker

Die Darstellung der menschlichen Figur gehört zu den ältesten Motiven in der Geschichte der Malerei. Doch erst in der späten Klassik und der Neuzeit wurde der Kopf als charaktergebender Teil des Körpers entdeckt, steht im Kunstlexikon. Außerdem: Im Wesentlichen hat sich das Porträt aus der Grabplastik entwickelt und wie diese übernimmt es die Funktion, die Person über den Tod hinaus lebendig zu halten.


Die Übung scheint gelungen, denn aus einer besonderen Rarität des Barock schaut einem „Kaiser Joseph I.“ (1678-1711) in der Residenz in die Augen. Bei dem Porträt handelt es sich um eine Mikrographie. Eine besondere Spielart der Grafik, eine aus kleinen Schriftzügen aufgebaute Darstellung, für die der aus einer oberösterreichischen Familie stammende Johann Michael Püchler d.J. bekannt war. Immer wieder Martin Luther, aber auch Herrscherporträts, wie das rare von Dr. Christian Steeb, in Tusche auf Pergament (36,5 x 26,5 cm), hat er „geschrieben“.

Das Biedermeier lockt danach bei Kunsthandel Dr. Robert Keil, wenn Leopold Fertbauers (1802-1875) „Bildnis zweier Mädchen in Landschaft“, Öl auf Holz, 25 x 20,5 cm, bezaubert. Der Wiener Fertbauer war Schüler an der Wiener Akademie, anfänglich in der Klasse für Landschaftsmalerei, dann in der für Historienzeichnung. Später wandte er sich der Porträtmalerei zu und machte sich damit einen Namen in der Wiener Gesellschaft des Vormärz.

Das ungestörte Idyll begegnet einem auch in der „Berglandschaft mit Liebespaar“ (Galerie Dr. Riedl), ein Aquarell auf Papier, das der Münchner Carl Spitzweg um 1835/40 gemalt hat. Spitzweg stammte aus bürgerlichen Verhältnissen, war zunächst als Apotheker tätig und sattelte erst nach einer schweren Krankheit auf Malerei um.

Als Apotheker begann auch Alexander Koester, der auf Wunsch der Eltern 1882 die Lehre dazu in Wintzheim bei Colmar begann. Danach studierte er jedoch an der Karlsruher Akademie. In der Natur entdeckte er sein Lieblingsobjekt, die Ente. Die in die Landschaft eingebetteten Entendarstellungen begründen noch heute seinen Ruf als „Enten-Koester“ und auch Kunsthandel Strassner Markus lässt seine „Enten im schattigen Waldteich“, Öl auf Leinwand, ca. 92 x 60 cm, schwimmen.

Gleich ein ganzer Zoo findet sich bei Kunsthandel Zöchling auf dem Ölgemälde „Das irdische Paradies mit dem Sündenfall“ von Simon de Vos (Antwerpen 1603–1676), das zu einem Genesis-Zyklus gehört, den er für Sevilla malte. De Vos war Schüler des Bildnis- und Historienmalers Cornelis de Vos und wurde zunächst für seine farbenprächtigen Genrebilder in ganz Europa berühmt. Nach 1640 wandte er sich vor allem religiösen und allegorischen Szenen sowie Historienthemen zu.

28.03.2019

Zirbenkunst und Königsholz

Die Zirbe ist ein Baum des Hochgebirges und kommt vorwiegend in Höhen zwischen 1500 und 2200 m vor. Der langsam wachsende Baum kann 1000 und mehr Jahre alt werden. Königsholz heißt auch Veilchenholz. Es handelt sich um eine Palisanderart. Das violette Holz mit schwarzen Streifen gilt als schwer und sehr fest.

Zirbenholz ist weich, leicht, dauerhaft und gut zu bearbeiten. Durch die dunklen Äste entsteht eine besonders schöne Zeichnung. Bereits im 18. Jahrhundert kannte man Qualität und Attraktivität des Holzes, wie man am prachtvollen Pinzgauer Zirbenschrank, um 1740, bei Kunst & Antiquitäten Wimberger erkennen kann.

Aus anderem Holz geschnitzt ist eine Kommode bei Christian Eduard Franke Antiquitäten: Sie stammt aus dem Paris um 1750, ist mit Rosen- und Königsholz furniert, besitzt Einlagen in Ahorn und Buchsbaum, ist teils graviert, koloriert und brandschattiert und 88 x 62 x 50 cm groß. Selbstverständlich ist sie gestempelt: „MONDON JME“ für François Mondon (1694-1770, Meister um 1730).

Jede Menge Holz sieht man auch auf Olga Wisinger-Florians „Fürstenweg in Raitz“, Öl auf Karton, 37 x 49 cm bei Kunsthandel Seitz. Die Künstlerin verbrachte, so entnimmt man es ihrem Tagebuch, den Herbst 1906 in Südmähren und malte vom sogenannten Fürstenweg mehrere Fassungen zu unterschiedlichen Tageszeiten und in verschiedenen Größen.

Den Bäumen beim Wachsen zuschauen kann man ganz wunderbar auf einer Gartenbank, wie jener aus Rotherham in England, um 1840 aus Gusseisen hergestellt, nach dem Entwurf von James Yates (85x140 cm). Ein ideales Stück nicht nur für den englischen Landschaftspark, das Kunsthandel Runge hier anbietet.

Ein Meister für das ländliche Leben war auch Werner Berg, der den Großteil seines Lebens in Kärnten verbrachte. Die Darstellung der dort ansässigen Menschen und Frauen findet sich in vielen Varianten in seinen Arbeiten. Im Ölbild von 1950 stehen die „Zwei Frauen“ mit ihren Kopftüchern unter einer Fahne. Womöglich eine Osterprozession? Berg-Spezialist Kunsthandel Michael Kraut hat dieses Bild in seinem Salzburger Programm.

26.03.2019

Hase, Buddha, Falter

Warum ausgerechnet der Hase zum Star zu Ostern wurde, ist bis heute nicht geklärt. So wie das Ei, ist er Symbol für die Furchtbarkeit, meinen manche Quellen. Die ersten Belege von ihm stammen aus dem 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert kam dann die Süßwarenindustrie auf den Osterhasen-Geschmack.

Süß, wenn auch nicht zum Anbeißen, ist das kleine goldene Exemplar, das bei Pintar Schmuck und Silber des 20. Jahrhunderts als Brosche, geziert mit zwei Saphiren, einem Rubin und Diamanten, von Kutchinsky aus dem London der 1970er Jahre sein Nest hat.

Es muss aber nicht immer Hase sein! Auch ein Buddha verheißt Glück, ist der doch ein Symbol der Zentrierung, Meditation und Erleuchtung. Der vor 30 Jahren gegründete Salzburger Traditionsbetrieb Ulf Englich lässt einen Anhänger mit einem Buddha aus Koralle im Zentrum in der Residenz leuchten und erleuchten. Das von Franz Wagner entworfene Stück besteht aus Weiß- und Gelbgold, Koralle, Diamanten, Spinell und Amethysten.

Der Bergkristall gilt als einer der wichtigsten Edel- und Heilsteine und ist überall auf der Welt zu finden. Nachgesagt wird ihm, dass er Klarheit bringt und Vitalität spendet. Eine klare Formensprache zeigt jedenfalls der Bergkristall-Armreifen in 18 Kt Weißgold gefertigt, mit dem Lährm Design die ART&ANTIQUE-Besucherinnen überzeugen möchte.

Pastell ist 2019 als Trendfarbe ausgerufen. Daher lässt Knauf Jewels seine schmucken Falter in zarten Farbtönen ausfliegen. In Form von filigranen Schmetterlings-Broschen, die sich in der aktuellen Knauf Jewels Festspiel Kollektion finden. Dank Steinen wie Diamanten, gelben und pinken Saphiren, blauen Topasen und pinken Turmalien funkeln sie ganz pastellig.

Ein schöner Käfig für einen solchen Falter ist die Deckeldose aus dem Jugendstil, die in Heilbronn um 1900 aus 800er Silber gefertigt wurde. Entworfen hat das feine Stück Carl Stock, ausgeführt wurde es von Bruckmann & Söhne, die das Objekt erstmals 1900 auf der Weltausstellung in Paris dem Publikum vorstellten. Und Kunsthaus Kende aus Tübingen präsentiert sich damit erstmals auf der ART&ANTIQUE in Salzburg.

21.03.2019

Wien, Heilbronn und Augsburg

Handwerk hat goldenen Boden. Ihre Meister, der Schuster, der Goldschmied, der Kürschner, der Schneider, der Zinngießer oder der Kupferschmied haben heuer ihren Salzburger Osterfestspielauftritt in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Die Kollegenschaft zeigt aber auch in der Residenz, dass Handwerk eine große Kunst ist.

So lässt es sich prächtig ausstatten! Mit einem großen Tafelaufsatz, einem in floralem Jugendstil entworfenen und silbern glänzenden, der den Stand der Galerie Susanne Bauer schmückt. Gefertigt wurde er um 1900 von der traditionsreichen Manufaktur Bruckmann & Söhne aus Heilbronn, die 1805 gegründet wurde und bis 1973 bestand.

 Dagobert Peche zählte zu den bedeutendsten Entwerfern in Wien in der Zeit von etwa 1913 bis zu seinem Tod im Jahr 1923. Seine Entwurfsgewalt und sein Form- und Ornamentgefühl beeinflussten sogar den großen Josef Hoffmann. Peches Arbeiten zählen heute zu den wichtigsten Kunstobjekten des Wiener Jugendstil, weiß man bei Kunsthandel Kolhammer. Auch dank einer um 1922 aus Messing getriebenen Tischlampe, die hier auf Sammler wartet. Ein Foto von ihr befindet sich im Archiv der Wiener Werkstätte im MAK in Wien. Tischlampen der Wiener Werkstätte zählen heute zu den begehrtesten Objekten des Wiener Jugendstils.

Als Goldrubinglas bezeichnet man zartrosa bis dunkelrote Gläser, die mit in der Glasschmelze gelöstem, kolloidalem Gold gefärbt wurden. Als Pigment kommt hierbei Goldpurpur zum Einsatz, das 1673 von Andreas Cassius in Hamburg entwickelt wurde.
Es wurde auch in Süddeutschland Ende des 17. Jahrhunderts verwendet, um jenen 28,5 cm großen Goldrubin-Flakon zu schaffen, den die Galerie Kovacek in der Residenz ausstellt.

Als stimmungsvolle Hafenansicht tarnt sich eine der großartigen Bilderuhren bei Lilly's Contemporary Art Exclusive Antiques. Sie ist in Wien, im zweiten Viertel 19. Jahrhundert in Öl auf Metall gemalt, besitzt einen blattvergoldeten Ochsenaugenrahmen und misst 72 × 87 cm. Sie besitzt einen Ankergang, Wiener 4/4-Schlag auf Tonfedern, Repetition, Schlagabstellung, Walzenspielwerk „Brüder Stern Wien“ mit zwei Melodien und erfreut mit Selbstauslösung zur vollen Stunde.

Die ersten Telleruhren entstanden Ende des 16. Jahrhunderts in Deutschland, vermutlich in Augsburg und Nürnberg. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden sie auch in Österreich hergestellt. Jene, 40 x 35 cm große, die Kunst & Antiquitäten Walter Moskat anbietet, stammt von Gail Matthias (1633-1705), der in Friedberg nahe Augsburg wirkte. Das signierte und bemalte Stück mit Stundeschlag entstand um 1680.

19.03.2019

Mit Masken und Flügeln

Der Ursprung der Maske liegt in religiösen, kultischen Handlungen. Schon seit der Antike kennt man Masken aus dem Theater. Bei uns besitzt die Maske vor allem im alpinen Raum in der Fastnacht eine lange Geschichte, und in der Karnevalszeit haben sie weltweit Hochsaison.

In Japan hat sie ebenfalls eine große Tradition, etwa im Nō- und im Kabuki-Theater. Eine japanische Maske fasziniert auch bei Blue Elephant/Blue Art. Sie stammt aus dem Japan des 18. Jahrhundert, ist aus Holz und Lack gefertigt und wurde sogar signiert.

Wir bleiben in Japan: Als Okimono bezeichnet man dort kunstvolle Schnitzereien, die gefertigt wurden, als Ende des 19. Jahrhunderts europäische Kleidung in Mode kam und die traditionellen Netsuke, die zum Bestandteil japanischer Kimonos gehören, kaum mehr gefragt waren. Die Netsuke-Schnitzer verlegten sich auf größere Objekte, Okimonos, die in Europa und den USA sehr beliebt wurden. Zu dieser Gattung zählt das „Schlafende Mädchen“, Meiji-Periode, Ende 19. Jahrhundert, Elfenbein, im Angebot der Galerie Darya.

Noch einmal Asien: Nicht entzückend, sondern respekteinflößend schaut ein Löwe aus dem altsyrischen Cipollin-Marmor-Relief, das aus der Zeit um 1600 v. Chr. stammt. Das 60 x 40 cm große Stück ist ein Architekturteil, das einst ein bedeutendes Portal geschmückt hat. Es stammt aus der Sammlung des französischen Diplomaten Jean Louis Dozon und wurde 1921 oder 1922 in Damaskus gekauft, erfährt man bei Christoph Bacher Archäologie - Ancient Art die Provenienz selbstverständlich ganz genau.

Bei der Madonna, die mit Christus im Arm auf einer Mondsichel steht, handelt es sich eigentlich um die „Apokalyptische Frau“, eine Vision des Johannes. Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeit als Symbol für die Kirche angesehen. Die gesteigerte Marienverehrung der Gotik setzte sie dann mit Maria gleich und das Motiv der „Mondsichelmadonna“ erfreute sich besonders im 15. Jahrhundert größter Beliebtheit. Auch in Brixen in Südtirol, woher das um 1480 geschnitzte Exemplar bei Antiquitäten und Bildergalerie Dkfm. Anton Figl stammt.

Mit oder ohne Flügel, leicht bekleidet oder nackt: Putti machen meistens Freude. Die kleinen Amoretten oder Engelsgestalten finden sich vielfältig in der Kunst eingesetzt. Im Fall von Schauer aus Krems, wurden sie im 18. Jahrhundert aus Sandstein gehauen, stammen aus Niederösterreich, treten als Paar auf und halten beide eine Laterne.

14.03.2019

Große Kunst reist gern

Aus allen Ecken und Enden der Erde stammen die Meisterwerke und Schätze in der Residenz. Zusammengetragen auch für ein internationales Publikum, das die Festspielstadt Salzburg jedes Jahr zur Osterzeit in einen ganz besonderen Ort auf der Weltkarte verwandelt.

Marc Chagall reiste sein Leben lang viel in der Welt herum. Gestorben ist er 1985 in Saint-Paul-de-Vence in Südfrankreich. Dort steht die berühmte Fondation Maeght, die der legendäre Verleger und Kunstsammler Aimé Maeght mit seiner Frau Marguerite ins Leben rief. Chagall war mit ihm befreundet. Wie meisterlich sich Chagall selbst auf die Druckgrafik verstand, kann man am Stand der Galerie Française - Gérard Schneider bei „Paysage rouge“, 1974, Monotype (Unikat) auf Japanpapier, 30 x 42 cm, studieren.

Südfrankreich spielte natürlich auch in Pablo Picassos Leben eine große Rolle. In Mougins, im Hinterland von Cannes und keine halbe Autostunde von Saint-Paul entfernt, lebte der Künstler von 1961 bis zu seinem Tod 1973 in einem Schloss. In diese Zeit fällt die Entstehung seiner „Femme nue couchée“, die er 1969 in aquarellierter Tusche und Kohle auf Papier brachte (Kolhammer & Mahringer).

1978 zog es Keith Haring ins pulsierende New York, um zu studieren und bald auch in der Kunstszene der Stadt in den 1980er Jahren ordentlich und erfolgreich mitzumischen. Aus dem Jahr 1983 stammt sein Siebdruck auf Papier mit dem Titel „Fertility II“, 106,5 x 127 cm, mit dem Gerald Hartinger Fine Arts die bis heute wachsende Popularität des 1990 gestorbenen Künstlers poppig demonstriert.

Aus Wuhan in China stammt der Künstler Wang Xiaosong. Studiert hat er zunächst in Peking, dann in Berlin, woraus das Zusammenfließen von chinesischer und westlicher Kunst in seinem Werk resultiert. Heute gibt er sein Wissen an Studenten an der Zhejiang-Universität weiter. Schütz Fine Art – Chinese Departement zeigt ihn mit einer Arbeit von 2012: „Narziss 2“, Öl auf Leinwand, 140 x 180 cm.

Die Landschaften in Österreich nahm sich Carl Krall gern zum Thema seiner Malerei. Der Wiener, der auch als Restaurator nach dem Krieg etwa in Schönbrunn tätig war, verschrieb sich der Neuen Sachlichkeit, so auch in seinem Blick auf den „Ossiachersee“, um 1930, Öl auf Leinwand, 91 x 128 cm (Kunsthandel Hieke).

12.03.2019

Farben- und Feuerkraft der Moderne

Im barocken Umfeld der Residenz sorgt zeitgenössische Kunst und Moderne für besonders spannungsreiche Kontraste. Etablierte Namen klingen hier durch die Hallen. Darunter sind zu Klassikern avancierte Österreicher, aber auch Zeitgenossen, die es klassisch mögen.

Markus Prachensky etwa, 1932 in Innsbruck geboren, 2011 in Wien gestorben, einer der bedeutendsten Vertreter des österreichischen Informel, wird von AIC Gallery mit „Etruria meridionale“, 2012, Lithographie, 76 x 57 cm, Ed: 35, repräsentiert.

Otto Piene, der 2014 in Berlin starb, war einer der Mitbegründer der bekannten Künstlergruppe ZERO und gilt als Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst sowie von Sky-Art-Aktionen. Mit seiner Feuergouache auf Karton, „Semaphore“, 1973/78, 146 x 94,5 cm, ist er bei Galerie Artziwna aus Wien im Programm, die sich damit erstmals dem Publikum in Salzburg vorstellt.

Herbert Brandls Malerei, die längst ihren Weg in viele bedeutende Museen weltweit gefunden hat, wird gerne als besonders kraftvoll und präsent in ihrer Farbgebung beschrieben, mit der sie sich zwischen Abstraktion und Figuration bewegt. „Goliath“, 2018, chinesische Tusche auf Holz, 120 x 90 cm, bei Galerie Reinisch Contemporary Graz kann das farbstark demonstrieren.

Die als viertes von fünf Kindern in Innsbruck geborene Gerhild Diesner zog es immer wieder in die Welt, nach London und München etwa zum Studium, zum Arbeiten später für einige Zeit auch nach Paris. Eines ihrer unnachahmlich farbig leuchtenden „Stillleben“, 1975, Öl auf Leinen, 68 x 48 cm, bietet die Innsbrucker Galerie Maier in der Residenz an.

Wie klassisch selbst zeitgenössische Bildhauerkunst wirken kann, beweist Robert Metzkes mit seinen kunstvoll, oft lebensgroß geschaffenen menschlichen Figuren. Imposant lässt sich das auch an der Bronzeskulptur „Sitzender Akt“ von 1997 mit seinen Abmessungen von 83 x 80 x 75 cm erkennen (Kunsthaus Wiesinger).

04.03.2019

Wiener Klassik in Salzburg

Es gibt einen Egon-Schiele-Weg im Salzburger Stadtteil Leopoldskroner Moos. Auf seiner Reise durch Europa 1889 machte Gustav Klimt auch in Salzburg Station. Koloman Moser zog es nach der Hochzeit mit der Industriellentochter Ditha Mautner Markhof nach Hallstadt und weiter nach St. Gilgen, ins Salzburger Salzkammergut. Werke der drei sind natürlich auch auf der ART&ANTIQUE in der Residenz zu finden und stehen in Sammlerkreisen heute hoch im Kurs.

Die Kunst des Koloman Moser (1868-1918) wird vom MAK, vom Wiener Museum für angewandte Kunst, noch bis zum Ostermontag gefeiert. Schütz Fine Art feiert mit und zeigt mit dem Ölbild „Trauer und Hoffen“, um 1914, 28 x 34 cm, eindrucksvoll, dass Moser als einer der großen Universalkünstler immer noch zu Unrecht im Schatten von Klimt und Hoffmann steht.

Mit einem singulären Auftrag, wie dem Palais Stoclet in Brüssel konnten sich die beiden Letzteren, Josef Hoffmann als Architekt und Gustav Klimt als Erschaffer des berühmten Frieses, natürlich einen großen Namen machen. Mit der Bleistiftzeichnung „Stehende von vorne mit gerafftem, langem Gewand“ stellen Kunsthandel Giese & Schweiger eine Studie für die „Tänzerin“ des Stoclet-Frieses aus.

Wer Klimt sagt, denkt schnell auch Egon Schiele, der dank der Galerie bei der Albertina · Zetter mit einer seiner von Sammlern auf der ganzen Welt begehrten Zeichnungen, diesmal mit „Sitzende junge Frau“, 1918, in der Residenz nicht fehlt.

Was zu dieser Zeit in Deutschland in der Kunst passierte, führt dann ein „Stillleben mit Kalebasse“, 1915, Öl auf Leinwand, 73,3 x 65,8 cm, von Karl Schmidt-Rottluff, einem der bedeutendsten unter den deutsche Expressionisten dank W&K - Wienerroither & Kohlbacher vor.

Der Expressionismus hatte natürlich auch seinen Einfluss auf Alfons Walde, dessen einzigartige und gerade in Salzburg immer begeistert bewunderte Kunst mit einem „Kirchgang“, um 1930, Öl auf Karton, 27 x 23 cm, bei Kunsthandel Freller idealtypisch repräsentiert ist. 

01.03.2019

ART&ANTIQUE Residenz Salzburg

Wenn ein kleiner Hase aus Gold, ein schmucker Anstecker, aus seinen Saphiraugen auf Egon Schieles „Sitzende junge Frau“ blickt, während Oskar Höfingers fantastisches Drachentier aus Stahl, in dem sich ein Gartenofen versteckt, das Maul bedrohlich aufreißt und Herbert Brandl erst im letzten Jahr seinen „Goliath“ in chinesischer Tusche auf Holz gemalt hat: Dann ist Osterzeit in Salzburg und die ART&ANTIQUE nimmt zum 44. Mal mit ihren österreichischen und internationalen Spitzenhändlern Quartier in den Prunkräumen der Residenz.

40 Aussteller präsentieren sich 2019 auf dieser traditionsreichen und bedeutendsten Salzburger Messe für Kunst, Antiquitäten und Design. Neben den vielen Stammaustellern finden sich mit Artziwna und Dr. Keil aus Wien sowie Kunsthaus Kende aus Tübingen in diesem Jahr auch wieder drei hervorragende Neuzugänge in Salzburg ein.

Von den Schätzen der Antike, über Alte Meister, die Kunst des Biedermeier, des Jugendstil, hinauf zu den Klassikern der Moderne und ausgewählten Zeitgenossen spannt sich der Bogen bei einem Rundgang durch die Residenz. Im Bereich Möbel treffen reich intarsierte Meisterwerke des Barock auf kunstvolle Bauernmöbel, lässt sich manches Stück des Art déco genauso wie rare Jugendstilmöbel finden. Schmuck, Kunsthandwerk, Asiatika, Glas- und Silberobjekte gehören ebenfalls zur reichen Auswahl, die vom 13. bis zum 22. April, dem Ostermontag, in der Residenz ausgestellt ist.

Unter den Highlights finden sich Spitzenwerke aus dem Wien um 1900: Gustav Klimt ist mit zwei auch kunsthistorisch bedeutenden Zeichnungen vertreten, „Sitzendes Mädchen, Studie für die Musik II“ 1897-98 (W&K - Wienerroither & Kohlbacher) und „Stehende von vorne mit gerafftem, langem Gewand“  (Kunsthandel Giese & Schweiger), einer Studie für die „Tänzerin“ des Stoclet-Frieses. Auch Schiele hat mit „Sitzende junge Frau“, 1918, (Galerie bei der Albertina · Zetter) und dem „Liegenden Mädchen mit hochgezogenem Rock” (Kunsthaus Freller) seine Pole Position in der Residenz.
Schütz Fine Art offeriert dann mit Koloman Mosers Ölbild „Trauer und Hoffen“, um 1914, den großen Universalkünstler der Zeit.
Bei Kunsthandel Kolhammer ergänzt man diese Parade mit einer aus Messing getriebenen Tischlampe, einem Prachtstück der Wiener Werkstätte, das Dagobert Peche 1922 entworfen hat...

11.12.2018

44. ART&ANTIQUE Residenz Salzburg

13. bis 22. April 2019

Die Meistersinger treten auf die Festspielbühne und die Meisterwerke aus Kunst, Antiquitäten und Design ziehen in die Residenz ein! Salzburg vereint zu Ostern wieder die Künste: Die Bildende bei der ART&ANTIQUE Residenz Salzburg und die Darstellende mit Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ bei den Osterfestspielen Salzburg. Dort, auf der Festwiese, pflegen die Handwerksmeister das Wettsingen nach strengen Regeln. Bis Walther von Stolzing diese frech aufbricht, doch Hans Sachs mahnt, die Tradition nicht zu vergessen.

Beides gelingt der ART&ANTIQUE dank ihrer hervorragenden Aussteller aus Österreich, Deutschland und Belgien bereits zum 44. Mal: Antikes und Kühnes, Modernes und Altes vereint sich hier in herausragender Qualität, zeigt sich spannend im Wechselspiel und der Konfrontation. Alte Meister treffen auf die Bilder zeitgenössischer Künstler, Skulpturen aus der Antike freuen sich über Gesellschaft von Keramiken aus dem Wien um 1900. Auch die Handwerkszünfte beweisen ihr Können: Wertvolle Möbel, Silberobjekte, Gläser, Schmuck, Uhren und vieles mehr machen die Residenz zu einer Festwiese der Bildenden Künste.