09.03.2020

#5 - Die Aussteller

Bergsommer an der Adria

Was wäre die bildende Kunst ohne die Landschaft? Siena liegt in der Toskana. Lovran in der kroatischen Kvarner Bucht. Kitzbühel dagegen im Leuknatal, an der Kitzbüheler Arche. Aber so wie die Bergwelt und ihre mächtigen Gipfel, waren und sind auch die sanfteren Hügel in der Toskana, die schönsten Flecken am Meer immer schon beliebte Motive für die Kunst.

Die Alpen scheiden den Norden vom Süden. An dieser Schnittstelle kann man einen „Bergsommer“ erleben. Hier locken dörfliche Idylle und Gletschereis. Alfons Walde gelang das wie keinem anderen, in seiner Malerei einzufangen, und Kunsthandel Freller führt das im Gemälde „Bergsommer“, Öl auf Karton, 60 x 42 cm vor. Mit „Sienesische Landschaft“, 1950, Öl auf Leinwand, 36 x 40,5 cm von Zoran Mušič wandert man hier dann heiter weiter in den Süden.

1948 in Salzburg geboren, studierte Friedrich Eigner Philosophie, bis er 1972 zur Malerei wechselte. Ihr blieb er treu. Zuletzt hat ihn die Landschaft der Toskana, aber auch das nächtliche Venedig beschäftigt. Kunsthandel Michael Kraut stellt jüngste Arbeiten Eigners, etwa „Toskana – Donoratico“ 2019, Tempera, Acryl, Pastell auf Leinen, 85 x 96 cm, in Salzburg aus.

„O.T.“, also ohne Titel, belässt Herbert Brandl sein Ölbild von 2018, 80 x 60 cm groß, das man bei der Galerie Reinisch Contemporary aus Graz sieht. Es braucht aber auch keine nähere Bezeichnung, denn der heuer zwischen Belvedere 21, Kunsthaus Graz und Künstlerhaus Graz viel ausgestellte österreichische Künstler hat hier einen seiner mächtigen, malerisch kraftvollen Berggipfel auf der Leinwand verewigt.

Dass eine Ansicht von Kitzbühel nicht zwangsläufig Walde bedeutet, und auch andere Schnee malen konnten, zeigt Carl Kesslers lyrischer „Blick auf Kitzbühel“, Aquarell auf Papier, 70 x 100 cm, bei Runge Kunsthandel. Hier bleibt man in Tirol: Georg Anton Köck, 1826 in Innichen im Pustatal geboren und 1895 in Wien gestorben, hat ich bei wärmerem Wetter einen „Blick auf Innsbruck vom Bergisel“ geworfen, und ihn 1869 in Öl auf Leinwand, 95,5 x 123,5 cm festgehalten.

Wenn Leontine von Littrow eine „Terrasse in Lovrana“, Öl auf Karton, 35 x 60 cm, malte, dann bewies sie sich auch in diesem Gemälde (Kunsthandel Seitz) als „Impressionistin des Südens“ und „Meisterin des Lichts“ wie man sie gerne nennt. Littrows (Triest 1856 – 1925 Abbazia) Vater, Kartograf und Schriftsteller, war Leiter der nautischen Akademie in Triest, als sie geboren wurde. Wen wundert es daher, dass sie vor allem an der Oberen Adria ihre Motive fand.

Historienmalerei, Genremalerei, Landschaft, Porträt und Stillleben waren die künstlerischen Felder für den 1610 in Antwerpen geborenen David Teniers den Jüngeren. Gekonnt gemalt ist daher auch jene Landschaft, in die er diesmal eine religiöse Szene stellt: „Noli me tangere“, um 1640, Öl auf Kupfer, 36,8 x 50 cm, gezeigt von Werner Zöchling. Es ist jener Moment, in dem Maria Magdalena dem auferstandenen Jesus begegnet. Sie hält ihn zunächst für einen Gärtner. Als sie ihn erkennt und umarmen möchte, sagt er jedoch: „Berühre mich nicht.“