25.02.2020

#3 - Die Aussteller

Fernrohr, Schwert und Badetuch

Liegend, stehend, verhüllt, nackt, selig, das Schwert zum Himmel gereckt oder den forschenden Blick. Skulptur darf alles! Ganz besonders auf der ART&ANTIQUE in der Residenz Salzburg, wo neben Arbeiten der klassischen Moderne auch gerne Früheres und Heiliges für Kunstfreunde bereitsteht.

Blue Elephant/Blue Art

„Der Buddhismus geht auf Siddhartha Gautama zurück, der vor etwa 2500 Jahren in Lumbini, im heutigen Nepal, geboren wurde. Er stammte aus dem Fürstenhaus der Shakyas und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf“, weiß die österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft zu berichten. Nicht ganz so alt, aber immer noch aus dem 15. Jahrhundert ist der 27 cm hohe Kopf eines Buddha aus Bronze aus Kamphaeng Phet, den der belgische Spezialist Blue Elephant/Blue Art in der Residenz ausstellt.

Kunst & Antiquitäten Walter Moskat

Stilkunde lässt sich bei Kunst & Antiquitäten Walter Moskat betreiben. Dort hält eine gotische Madonna im Weichen Stil, in Salzburg, um 1480 gefertigt, 96 cm hoch und im originalen Zustand, das Christuskind im Arm. Beim „Weichen Stil“ handelt es sich um ein Phänomen der Internationalen Gotik, einer länderübergreifenden Stiltendenz, die man auch als „Schönen Stil“ oder „Höfischem Stil“ bezeichnet. Eine große Lebendigkeit, fließende und bewegte Formen lösen hier den strengen statuarischen Stil der Zeit vor 1400 ab.

Kössl Kunst & Teppich

Mit großer Bewegtheit schwingt bei Neuausteller Kössl Kunst & Teppich der „Hl. Michael“ von Johann Meinrad Guggenbichler, aus der Zeit um 1670, sein Schwert. Guggenbichler stammte aus der Schweiz wirkte aber vor allem in Mondsee, wo er auch 1723 starb. Er war als Bildhauer des Stiftes tätig und schuf dort den Skulptur-Schmuck der Orgel, die Kanzel, beide Choraltäre und einiges mehr. Spätere Werke sind dann der Altar in der Wallfahrtskirche St. Wolfgang oder der Sebastiansaltar in der Stiftskirche von Mondsee. In seiner Werkstatt wurden hauptsächlich Holz-Skulpturen und Wachsarbeiten angefertigt.

Franz Schauer
Bereits in der Steinzeit hat man forschend und fragend in den Himmel, auf die Sonne und die Gestirne geschaut. Der Universalgelehrte Galileo Galilei gilt als einer der Väter der modernen Astronomie. Einer seiner Söhne, ist jener Himmelsforscher aus Sandstein, der bei Franz Schauer seinen Kopf interessiert in die Luft streckt, während er ein Fernrohr in seiner Hand hält. Er stammt aus Niederösterreich, aus dem 17. Jahrhundert und ist 155 cm groß.

Galerie Maier
Aus Seeboden in Kärnten stammte der Bildhauer Otto Eder (1924-1982). Bei Fritz Wotruba hat er in Wien studiert, sich später aber auch stark an der klassischen Skulptur orientiert. Die menschliche Figur war ihm zentrales Thema. Die Rückführung und Reduktion auf ihr Wesentliches und ein Verstehen der Eiform als Urform des Lebens bestimmten sein Werk.
So auch in „Großer Liegender (Sterbender)“, 1950/51, aus Bronze nach Beton, der bei der Galerie Maier zu sehen ist.

Kunsthaus Wiesinger
„Robert Metzkes wurde in den 1970er-Jahren an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ausgebildet. Von Beginn an fühlte er sich einer figürlichen, weitestgehend realistischen Darstellung des Menschen verpflichtet. Diesem Thema blieb er bis heute treu, wenn er auch im künstlerischen Umgang zwischen Wirklichkeitsnähe und Idealisierung immer neue Formulierungen findet“, weiß man beim Kunsthaus Wiesinger, wo man die Arbeiten des Deutschen seit Langem im Programm hat. Eine klassische Schönheit, eine
„Stehende im Badetuch“ von 1999, aus Bronze, 154 cm hoch, steht in der Residenz Salzburg exemplarisch für Metzkes Kunst.