10.02.2020

#1 - Die Aussteller

Blumen im Ohr und an der Wand

„Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Blütenpracht“, so lautet eine der vielen Bauernregeln für den April, der gerne seine Wetterkapriolen schlägt. In den Prunkräumen der Residenz sind die Blumen zu Ostern auf jeden Fall in Sicherheit. Es floriert reichlich, kunst- und wertvoll und ungestört schön.

„Weiße und rote Amaryllis“ hat Emil Nolde nach 1950 mit Aquarellfarben auf Japanbütten gebracht. Die Galerie bei der Albertina ▪ Zetter zeigt diese subtropische Blütenpracht und ergänzt mit Objekten der Wiener Werkstätte. Für die hat Josef Hoffmann eine achtflammige silberne Girandole entworfen, in dessen floraler Formgebung der Jugendstil aufs schönste gedeiht.
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David Roentgen, der berühmte deutsche Möbelmacher, hat seine Blumen als feinste Intarsien auf ein Eckhalbschränkchen gezaubert. Gefertigt wurde es um 1765/70 in Neuwied aus Platanenholz auf Eiche furniert. Diesem Schmuckstück stellt man bei Christian Eduard Franke einen Biedermeier-Globustisch, aus Mainz, um 1830, Mahagoni furniert, an die Seite. Aus einer Zeit, als noch niemand an das Weltklima denken musste.
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Yu Xingze, 1976 geboren, in Peking, Shanghai und Bochum tätig, hat seine gelbe Rose, die von Insekten umschwirrt wird, zwischen Tautropfen in einen Tondo gesetzt:
„Hi Flower-Rosa chinensis“ von 2013, in Öl auf transparenter Leinwand, 50 cm im Radius, findet sich bei Schütz Fine Art - Chinese Department. Angrenzend zeigt Schütz Fine Art mit Werner Bergs „Diex, Leiten mit Gehöften“, 1937, Öl auf Leinwand, 75 x 95 cm, einen Ort, an dem man sich mit Bauernregeln sicher gut auskannte.
Schütz Fine Art - Chinese Department - MEHR ERFAHREN
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Oskar Kokoschka (1886-1980) liebte in seinen späteren Jahren das Blumenaquarell. Die von der Galerie Kovacek ausgestellten „Sommerblumen mit Rosen“ hat er 1965 gemalt. Auch in den Vitrinen des Glasspezialisten Kovacek war die Natur die Inspirationsquelle. Etwa der Geißklee, ein gelb blühender ginsterähnlicher Strauch, mit dem botanischen Namen Cytisus, für die gleichnamige Vase von Loetz-Witwe, Klostermühle, um 1902/03 hergestellt.
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Frostfrei können sich bei Lährm Design ein Kolibri und ein Marienkäfer an einem Blütenstrauß delektieren. Er wurde um 1950 aus Platin und 18 kt Gold, Brillant, Saphir, Rubin, Mondstein sowie Opal gebunden. Mit „Wie Wellen im Winde“ hat Monika Fioreschy 1989, die Natur im Bildteppich aus Schaf- und Baumwolle stilisiert dargestellt.
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Im Schmuckdesign scheint die Blüte immer Saison zu haben. So auch bei einem Paar goldene Ohrringe in Blütenform, das aus 18ct Gold in den 1970er Jahren in Italien gefertigt wurde und mit je einem Saphircabochon, Brillanten und weißem Email geziert ist. Pintar Schmuck und Silber des 20. Jahrhunderts lässt daneben ein goldenes Armband glänzen, dass ganz ohne Blumen auskommt. Aber es stammt aus dem Hause Cartier, und das floriert seit 1874 ohnehin prächtig!
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